Biathlon

„Man muss den Mädels Zeit geben“

Andrea Henkel fordert mehr Geduld für die Biathleten beim Heim-Weltcup

Miriam Gössner wäre wohl kaum aus dem deutschen Weltcup-Team genommen worden, wenn in dieser Woche nicht gerade Oberhof (und danach noch Ruhpolding) auf dem Wettkampf-Kalender stehen würde. „Wir freuen uns sehr auf die Rennen vor heimischem Publikum, wissen aber ebenso, dass es keine leichten Wettkämpfe werden“, sagt Frauen-Cheftrainer Gerald Hönig vor dem ganz normalen Biathlon-Wahnsinn im Thüringer Wald. „Einerseits motivieren uns die Zuschauer natürlich sehr, andererseits sind der Trubel und die zusätzlichen Termine bei den Heim-Weltcups auch deutlich zu spüren.“

Die zweimalige Staffel-Weltmeisterin Gössner, nach ihrer schweren Verletzung und der dadurch notwendigen langen Wettkampfpause noch immer auf der Suche nach der Form, wird derweil nur in der zweiten Biathlon-Liga laufen. „Wir hoffen, dass sie abseits des Weltcup-Trubels ihre Form stabilisieren kann“, sagt Hönig. „Der Fokus liegt auf der WM im März.“

Im zweiten Saisondrittel stehen für die Skijäger aber nun einmal die anstrengenden Heim-Weltcups auf dem Programm. In Oberhof geht es am Mittwoch (14.15 Uhr, ZDF) mit dem Staffelrennen los. In Hochfilzen sorgten die deutschen Frauen mit ihrem unerwarteten Erfolg über die 4 x 6 Kilometer zuletzt für einen Paukenschlag. Nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Franziska Hildebrand, 27, sollen Luise Kummer, 21, Karolin Horchler, 25, Vanessa Hinz, 22, und Franziska Preuß, 20, möglichst für eine ähnliche Überraschung sorgen wie beim Sieg im Dezember in Österreich. „Ich hoffe, dass wir es auch ohne die Franzi ähnlich machen können“, sagte Luise Kummer. Mit so einer jungen Staffel sind die deutschen Biathletinnen allerdings schon lange nicht mehr im Weltcup angetreten. „Das erste Mal vor deutschem Publikum zu laufen, ist immer etwas ganz Besonderes“, gibt Vanessa Hinz denn auch Lampenfieber zu.

Die zweimalige Olympiasiegerin Andrea Henkel, die ihre Sport-Karriere nach dem vorigen Winter beendet und den US-Biathleten Tim Burke geheiratet hat, fordert von den deutschen Fans denn auch die nötige Geduld. „Ich traue ihnen zu, spätestens bei den Olympischen Spielen 2018 reif für Medaillen zu sein“, sagte die achtmalige Weltmeisterin der „Thüringer Allgemeinen“. „Sie sollen gut trainieren, fleißig sein und sich nicht ablenken lassen. Sozusagen genau so weitermachen. Was die Öffentlichkeit betrifft, wünsche ich mir, dass man den jungen Mädels Zeit gibt und nicht immer in die Vergangenheit schaut.“