Rechtsstreit

Sechstligist Wilhelmshaven klagt erfolgreich gegen Weltverband Fifa

Der SV Wilhelmshaven hat im langjährigen Rechtsstreit mit dem Fußball-Weltverband Fifa einen Erfolg mit möglicherweise weitreichenden Folgen errungen.

Das Oberlandesgericht Bremen (OLG) erklärte den auf Anweisung der Fifa verhängten Zwangsabstieg des Amateurklubs aus der Regionalliga Nord für unwirksam. Zugleich stellte das OLG fest, dass maßgebliche Fifa-Vorschriften zur Ausbildungsentschädigung gegen Europa-Recht verstoßen.

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Rechtsstreits, der an das Bosmann-Urteil erinnert, hat das OLG Bremen die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen. Der Norddeutsche Fußball-Verband (NFV), der den Zwangsabstieg nach der Saison 2013/14 verhängt hatte, kündigte als Beklagter umgehend den Gang vor die nächste Instanz an.

Die Amateure aus Wilhelmshaven, inzwischen in der sechstklassigen Landesliga, weigern sich seit mehr als sieben Jahren, für ihren Ex-Spieler Sergio Sagarzazu Ausbildungsentschädigungen an zwei argentinische Vereine in Höhe von 157.500 Euro zu zahlen. Sagarzazu stand von 2007 bis 2008 beim SVW unter Vertrag. Durch das Urteil ist die Geldstrafe zunächst vom Tisch. Denkbar ist, dass sich der SVW in die Regionalliga einklagt oder den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf Schadensersatz verklagt.

Nach Ansicht der Bremer Richter haben DFB und NFV die Entscheidungen der Fifa darauf zu prüfen, ob diese gegen zwingendes nationales oder internationales Recht verstoßen. „Dies sei hier der Fall, weil die festgesetzten Ausbildungsentschädigungen das Recht des Spielers auf Freizügigkeit nach Artikel 45 Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union verletzten, worauf sich nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs auch der Verein, der die Ablösesumme zu zahlen habe, berufen könne“, so die Urteilsbegründung.