Volleyball

BR Volleys suchen das Positive an ihrer Niederlage

Im ersten Moment war den Berlinern nicht ganz klar, ob sie sich als Gewinner oder als Verlierer fühlen sollten.

Natürlich, das nackte Resultat lautete 2:3 gegen Resovia Rzeszow. Aber zum einen sieht die Tabellenarithmetik im Volleyball vor, dass bei diesem Ergebnis der Sieger statt drei nur zwei Punkte, der Unterlegene jedoch auch einen Zähler erhält. Zum anderen sah es lange so aus, als würden die BR Volleys von den Polen eine 0:3-Abreibung bekommen. Stattdessen kämpften sie sich aus ihrem Tief heraus und sorgten dafür, dass die 6500 Zuschauer in der Schmeling-Halle einen aufregenden Volleyball-Abend erlebten.

Und bestimmt gern wieder kommen. Am liebsten zum Finalturnier der Champions League. Um dessen Ausrichtung wollen sich die BR Volleys bewerben. Dazu müssen sie sich aber zunächst sportlich für die zweite Runde qualifizieren. Das schaffen die sieben Gruppensieger und die fünf besten Zweitplatzierten. Aktuell, und daran hat der eine Punkt aus der Partie gegen Rzeszow seinen Anteil, sind sie der drittbeste Zweite. Darum sah auch Trainer Mark Lebedew das Positive: „Wir müssen jetzt noch zweimal gewinnen, dann sind wir weiter.“ Das wird nicht leicht gegen Montenegros Meister Budvanska Budva (21. Januar) und bei Sloweniens Champion Ach Ljubljana (27. Januar). Aber wenigstens, erklärt Lebedew, „haben wir es in unserer Kontrolle“.

Sportler wollen lieber gewinnen statt rechnen. Deshalb sagte Diagonalangreifer Christian Dünnes, der sein Team im dritten Satz mit seiner Energie wachgerüttelt hatte: „Wir können zufrieden sein, wie wir zurückgekommen sind. Aber wenn man einen fünften Satz erreicht, will man ihn gewinnen.“ Es sei auch eine „Frage der Ehre“ gewesen, nicht unterzugehen. „Das kann passieren bei einem Klassenunterschied. Aber der besteht zwischen diesen beiden Teams nicht.“

Selbstbewusste Berliner Töne nach dem Spiel gegen ein europäisches Topteam. Geschäftsführer Kaweh Niroomand beharrte gar: „Wir wollen schon noch Gruppensieger werden.“ Er denkt bereits einen Schritt weiter: Sollten die BR Volleys nämlich das Final Four nicht bekommen, hätten sie als Gruppenerster in der nächsten Runde wenigstens einen leichteren Kontrahenten. Und könnten sich doch als Gewinner fühlen.