Fußball

Union schlägt sich selbst

Der Zweitligist verabschiedet sich mit einer Niederlage in Düsseldorf in die Winterpause. Platzverweis für Leistner

Mario Eggimann gab gleich nach dem Abpfiff den Tröster. Der lange verletzte Innenverteidiger des 1. FC Union war erst kurz vor Schluss eingewechselt worden, für Mittelfeldspieler Eroll Zejnullahu, der seinen Dienst für den Berliner Fußball-Zweitligisten in Düsseldorf nach nur elf Minuten wieder beenden musste. Ein neuer Abwehrspieler war nötiger in der Schlussphase, nachdem Toni Leistner nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz musste (87.). Irgendwie sollte der eine Punkt gerettet werden, mit Mann und Maus.

Es sollte nicht sein. Weil Mathis Bolly sich in der 89. Minute ein Herz fasste, aus 16 Metern einfach abzog und traf. An Torwart Daniel Haas vorbei, rechts oben ins Eck und mitten ins Herz der Köpenicker. Union verliert zum Jahresausklang 0:1 (0:0) bei Fortuna Düsseldorf. Eine Niederlage, die durchaus vermeidbar gewesen ist. „Wir haben nach der Pause unsere Aggressivität verloren. Natürlich ist Düsseldorf auch besser ins Spiel gekommen. Letztlich haben wie bis zur 90. Minute das 0:0 gehalten“, sagte Union-Trainer Norbert Düwel. Es war der Versuch, das Positive aus dem Gastspiel am Rhein in den Vordergrund zu stellen. Doch irgendwie wollte es nicht gelingen.

Tatsächlich hatte man nicht das Gefühl, als würde vor 28.256 Zuschauern noch etwas anbrennen. Doch dann kam jener Zweikampf am Union-Strafraum, in dem Leistner und der Düsseldorfer Axel Bellinghausen aufeinandertrafen, der Fortuna-Mittelfeldmann abhob und so die zweite Gelbe Karte für Unions Verteidiger initiierte. Es war der Moment, in dem die Berliner das Spiel aus der Hand gaben und sich so praktisch selber schlugen. „Der Platzverweis und das Tor kurz vor dem Ende waren sehr bitter, denn wir haben ein ordentliches Spiel gemacht“, beurteilte Unions-Kapitän Damir Kreilach den Auftritt seiner Mannschaft.

Und der begann mit einer Hiobsbotschaft. Weil sich Fabian Schönheim beim Warmmachen das linke Sprunggelenk verletzte, musste Björn Kopplin auf der rechten Abwehrseite für den Gelb-gesperrten Christopher Trimmel ran. Michael Parensen, eigentlich als Trimmel-Ersatz vorgesehen, ging auf die linke Seite. Dem selbstbewussten Spiel der Köpenicker tat dies keinen Abbruch. Union war nicht nur ebenbürtig, sondern aufgrund der klareren Torchancen auch das bessere Team. Kreilach schickte Maximilian Thiel auf die Reise, der legte den Ball mit der Hacke auf Stürmer Sebastian polter ab, der jedoch verzog (14.). Dann war Kopplin auf und davon, jedoch auch zu zögerlich beim Querpass auf den heraneilenden Polter (36.). Schließlich flog eine Flanke von Christopher Quiring zu weit, so dass Thiel nur noch zurückköpfen konnte anstatt aufs Tor (45.). „In der ersten Halbzeit hat die Mannschaft ein gutes Umkehrspiel gezeigt und sich gute Möglichkeiten herausgearbeitet. Dabei waren wir zu fahrlässig bei der Chancenverwertung“, sagte Düwel.

Immer wieder ist Haas zur Stelle

Nach der Pause war es Torwart Haas, der die Gäste im Spiel hielt. Michael Liendl per Kopfball (59.), Bolly aus 14 Metern (66.), Joel Pohjanpalo (69.), Bruno Soares mit dem Kopf (77.) – Haas hatte auf alles eine Antwort. Nur nicht in der letzten, entscheidenden Szene. „Wir sind durch eine naive Art des Verteidigens in Rückstand geraten. In der Kürze der Zeit konnten wir das nicht mehr umbiegen“, erklärte Düwel. Bolly hatte wahrlich zu viel Platz, als er sich dem Strafraum näherte. Ein Schuss wie ein Strich war das Ergebnis. Und das Ende der Union-Serie nach vier Spielen ohne Niederlage.