Basketball

Alba lässt sich von Zagreb ärgern

Berliner unterliegen kroatischem Meister beim Wiedersehen mit Klublegende Mamic

Eine Stunde vor dem Spiel schrieb die Alba-Legende noch Autogramme. Matej Mamic ist den Fans des achtmaligen Deutschen Basketball-Meisters natürlich immer noch unvergessen, der einstige Kapitän, der so beliebt war wie wenige andere und dessen Karriere in der Schmeling-Halle ein so dramatisches Ende fand. Fast zehn Jahre nach dem schweren Unfall, der beinahe zur Querschnittslähmung des Kroaten geführt hätte, kehrte der 39-Jährige als Sportdirektor von Cedevita Zagreb zurück an diesen Ort.

Wie er sagte, „ohne große Erinnerungen wegen meines Unfalls. Vielmehr mit schönen Erinnerungen an die Jahre in diesem Klub. Das war wie Heimat für mich.“ Vor Beginn der Partie wurde er von den knapp 8000 Zuschauern mit Sprechchören gefeiert.

Mamic hat in Kroatien bei Cedevita etwas mitaufgebaut, das stark an Alba erinnert. Ein junger, aufstrebender Verein, für den die Europaliga vielleicht noch etwas zu früh kommt. Aber um die Berliner zu ärgern, reichte es. Drei Viertel lag Alba klar vorn, verlor aber 67:70 (32:23) und beendet die Vorrunde als Vierter der Gruppe B. Im Anfang Januar beginnenden Top 16 bekommt es der Bundesliga-Tabellenführer nun mit Real Madrid, Maccabi Tel Aviv, Panathinaikos Athen, Galatasaray Istanbul, dem FC Barcelona, Roter Stern Belgrad und Zalgiris Kaunas zu tun. „Cedevita hat verdient gewonnen. Wir können daraus lernen, weil wir nicht bis zum Ende 100 Prozent gegeben haben“, sagte Alba-Coach Sasa Obradovic.

Das Fehlen von Reggie Redding machte sich bemerkbar, der immer noch wegen eines Trauerfalls in seiner Familie in den USA weilt. Er wird aber zum Bundesligaspiel am Sonntag (17 Uhr, O2 World) gegen Frankfurt zurückerwartet. Jonas Wohlfarth-Bottermann fällt wegen eines Handbruchs dagegen noch lange aus.

Es war ein unansehnliches Spiel, das sich beide Mannschaften lieferten. Harte Verteidigung ist beider Markenzeichen, und die Gäste wirkten vom Zupacken der Berliner lange mehr beeindruckt. Ihre Wurfquoten waren zum Gruseln, und Alba führte von Beginn an. Nach einer Viertelstunde betrug der Vorsprung beim 29:19 erstmals zehn Punkte, allerdings ließ sich der kroatische Meister nicht so leicht abschütteln. Wenigstens konnte sich das Publikum über den frühen Einsatz von Youngster Moritz Wagner freuen: Der 17-Jährige sammelte schon in der ersten Hälfte Europaliga-Erfahrung.

Nach der Pause wurde es für die Zuschauer attraktiver, als plötzlich die zuvor noch punktlosen Akeem Vargas und Alex Renfroe mit einer kurzen Dreier-Show die Führung auf bis zu 13 Punkte ausbauten. Die Freude währte jedoch kurz. Mittlerweile waren Leon Radosevic, Marko Banic und Clifford Hammonds schon stark foulbelastet.

Und Zagreb kämpfte zäh gegen nachlassende Gastgeber. Eine 10:0-Serie Cedevitas brachte die Gäste in der 34. Minute zum ersten Mal mit 56:53 in Führung. Alba wehrte sich, lag vier Minuten noch einmal 62:58 vorn. Aber das glückliche Ende hatten die Kroaten.