Bundesliga

Wolfsburg scheitert an Paderborns Torwart und an sich selbst

Erst flog eine Tasche, dann eine Getränkeflasche.

Als Pechvogel Bas Dost in der 85. Minute vom Platz ging, ließ er seiner Wut freien Lauf. Zuvor hatte der Niederländer beim 1:1 (1:0) gegen den SC Paderborn sinnbildlich für das Spiel des VfL Wolfsburg gestanden. Ein ums andere Mal scheiterte Dost am überragenden Paderborner Keeper Lukas Kruse und vergab damit den Sieg des klar überlegenen Tabellenzweiten.

Dass der VfL mit 30 Punkten so viele auf dem Konto hat wie noch nie nach 15 Bundesliga-Spielen, war ein ähnlich schwacher Trost wie die weiterhin komfortablen sechs Punkte Vorsprung auf Rang drei. Mit nun neun Zählern Rückstand auf Herbstmeister Bayern München sind auch die Niedersachsen wohl kein ernsthafter Verfolger mehr.

Manager Klaus Allofs schimpfte vor allem über Schiedsrichter Manuel Gräfe. „Ich habe ihm gesagt, er soll auch in München mal so pfeifen“, meinte Allofs, der direkt nach dem Schlusspfiff auf den Unparteiischen eingeredet hatte, und sprach von „einigen seltsamen Entscheidungen“. Trainer Dieter Hecking regte sich mehrfach lautstark am Spielfeldrand auf und erklärte nach dem Schlusspfiff, er habe „auf die ein oder andere Schiedsrichter-Entscheidung mit Unverständnis reagiert“.

Beim Neuling, der sich als Zehnter in seiner Premieren-Saison weiter respektabel hält, war Kruse ohne Zweifel der Mann des Tages. Beim Schlusspfiff liefen sämtliche Mitspieler auf den 31-Jährigen zu, der gleich neun Torschüsse entschärfte und damit einen Saisonrekord aufstellte. „Er war überragend, er hat alles gehalten, was man halten kann“, sagte sein Trainer André Breitenreiter. Hecking erklärte: „Wir sind in erster Linie an Kruse gescheitert.“ Bezwungen wurde er nur von seinem Mitspieler Rafa Lopez (17.) per Eigentor, Alban Meha glich per Foulelfmeter aus (51.). Zuvor war Ivan Perisic mit einem Strafstoß an Kruse gescheitert (20.). Paderborn, das in der ersten Halbzeit zeitweise hinten mit fünf Spielern auf einer Linie stand, lockerte zur zweiten Halbzeit den Abwehrriegel ein wenig, kam aber trotzdem kaum zu Chancen.