Ski-Alpin

Eine Zehntelsekunde fehlt zum Glück

Felix Neureuther verpasst in Are zehnten Weltcup-Sieg nur knapp

50 Tage vor der alpinen Ski-WM zuckte Felix Neureuther nach dem unglücklich verpassten zehnten Weltcup-Sieg seiner Karriere nur kurz mit den Schultern. Platz eins aus dem ersten Durchgang musste er beim Slalom in Are am Sonntag noch an seinen österreichischen Dauerrivalen Marcel Hirscher abgeben. Mit Tagesrang zwei in Schweden, zugleich dem zweiten Podestplatz des WM-Winters, gab sich Neureuther an einem „Supertag“ aber trotzdem zufrieden: „Der zweite Platz ist super, weil ich nicht viel Slalom trainieren konnte. Aber klar: Wenn man nach dem ersten Durchgang führt, will man am Ende oben stehen.“

Dem 30 Jahre alten Rennläufer aus Partenkirchen fehlten am Ende 0,10 Sekunden auf Hirscher. Dritter wurde überraschend der Russe Alexander Choroschilow (0,15 Sekunden zurück). Fritz Dopfer verbesserte sich im zweiten Lauf noch von Platz zehn auf Rang sieben und hatte Anteil daran, dass DSV-Alpinchef Wolfgang Maier das Gesamtergebnis der Männer in Are auch mit Blick auf Riesenslalom-Platz drei durch Stefan Luitz und vier durch Dopfer vom Freitag als „absolut top“ bezeichnete. Weniger berauschend war dagegen die Ausbeute der Frauen im Slalom am Sonnabend: Rang 19 von Barbara Wirth blieb beim Heimsieg von Maria Pietilä-Holmner noch das beste Resultat aus Sicht des Deutschen Skiverbandes (DSV).

Mit einem Sieg hätte sich Neureuther sogar zum erfolgreichsten deutschen Skifahrer in der Weltcup-Historie küren können – noch ist Neureuther mit neun Siegen gleichauf mit Markus Wasmeier. Noch am Freitag beim Aus im Riesenslalom waren die Rückenprobleme des Deutschen durch einen Fahrfehler wieder schlimmer geworden, doch schon beim starken ersten Durchgang war davon nichts zu sehen. „Ich brauche nicht viel, um gleich mal wieder relativ schnell zu sein“, erklärte Neureuther. „Wenn ich am Start stehe, fühl’ ich mich auch okay.“ Der Rücken solle dann nie als Ausrede herhalten. Auch nicht die wenigen Übungsfahrten in seiner Spezialdisziplin – ganze sechs Trainingstage hat Neureuther seit dem Sommer absolviert. Im Vergleich zur Konkurrenz sind die etwa 30 Fahrten lächerlich wenig. Für Spitzenplätze reicht es dennoch. „Ich weiß nicht, was die anderen über mich denken. Das ist mir auch relativ wurscht“, sagte Neureuther.