Prognose

Berlin-Express weckt Hoffnung auf erfolgreiche Eisschnelllauf-WM

Mit ihrem Coup von Heerenveen haben Claudia Pechstein und Co. Medaillenhoffnungen für die WM an gleicher Stelle geweckt.

„Jetzt haben wir auch im Februar alle Chancen“, meinte Bente Kraus nach dem zweiten Platz des deutschen Trios in der Team-Verfolgung im niederländischen Eisschnelllauf-Zentrum. Als feststand, dass nur die Niederländerinnen in 2:59,66 Minuten schneller waren, brach unter den Berlinerinnen Pechstein, Kraus und Isabell Ost ein Jubelsturm los. Sie hüpften vor Freude durch die Thialf-Arena. In einem taktisch hervorragenden Rennen schaffte der Berlin-Express in 3:01,96 Minuten eine Glanzzeit, die auch bei den Titelkämpfen für Edelmetall reichen könnte. Pechstein freute sich danach über „einen schönen Tag“.

Isabell Ost übernahm anders als in der Vorwoche beim Weltcup in Berlin die erste Führungsarbeit und brachte das Trio auf Touren. Kraus und Pechstein spielten danach ihr Stehvermögen mit starken Rundenzeiten aus. „Unser Ziel war es, auf das Podium zu laufen. Unsere Taktik ist aufgegangen“, jubelte Pechstein. Die Deutschen belegen auch in der Weltcup-Schlusswertung den zweiten Platz hinter den Niederlanden, der vom Eislaufverband ISU mit 3000 Dollar vergütet wird. Bereits zum Auftakt in Obihiro/Japan war den Deutschen auf Platz drei ein Podestrang geglückt.

Cheftrainer Markus Eicher war glücklich, dass sich nun auch bei den Frauen der Aufwärtstrend im deutschen Team fortsetzt. „Das war heute ein Superlauf“, lobte der Inzeller. Einen weiteren Platz auf dem Treppchen steuerte die Erfurterin Judith Hesse als Dritte im ersten 500-Meter-Rennen bei. Am Sonntag unterstrich die Thüringerin als Fünfte im zweiten Sprintrennen in 38,17 ihre gute Form. Als Dreifach-Siegerin des Wochenendes wurde Heather Richardson aus den USA gefeiert, die sich über 500, 1000 und 1500 Meter durchsetzte.

Auch die Leistung des Berliners Samuel Schwarz als Fünfter über 1000 Meter konnte sich erneut sehen lassen. „Ich bin dennoch ein bisschen enttäuscht, weil ich beim Bahnwechsel zwei, drei Zehntel verloren habe“, räumte der Zweite des Heimweltcups in Berlin nach seiner Zeit von 1:09,39 Minuten ein. Im Gesamt-Klassement liegt Schwarz nun immerhin auf Platz drei.

Berlin-Sieger Nico Ihle aus Chemnitz lief fast die identische Zeit wie vor einer Woche, landete auf dem schnellen Eis der Thialf-Halle aber nur auf Platz neun. „Es ist eng im Kampf um die Podestplätze. Das wird auch bei der WM so sein. Aber wir haben bewiesen, dass wir gut unterwegs sind“, meinte der Sachse nach dem dritten Erfolg des Russen Pawel Kulischnikow (1:08,77) über die lange Sprintstrecke.