2. Bundesliga

Punktlandung in Braunschweig

Union bestätigt mit dem Unentschieden beim Bundesliga-Absteiger seinen Aufwärtstrend

Norbert Düwel machte dicke Backen. Der Trainer des 1. FC Union musste offensichtlich den Druck loswerden, der sich in den 90 plus zwei Minuten aufgestaut hatte. Die Schlussphase des Berliner Gastspiels bei Eintracht Braunschweig hatte es auch noch einmal in sich. Sören Brandy konnte im letzten Moment dem einschussbereiten Dennis Kruppke den Ball vom Fuß weggrätschen. Schließlich wurde ein Schuss von Jan Hochscheidt noch abgeblockt. Dann war es geschafft, Union holt ein 1:1 (1:1) beim Bundesliga-Absteiger und startet mit einem verdienten Punktgewinn in die letzte englische Woche des Jahres.

„Beide Mannschaften können mit diesem Punkt sicherlich gut leben“, sagte Düwel, merkte aber auch an: „Für heute hatten wir uns drei Punkte vorgenommen, das ist uns nicht gelungen.“ Dennoch: Zum dritten Mal in Folge ohne Niederlage, auswärts gar das vierte Spiel ohne Nullrunde – es geht aufwärts bei den Köpenicker Kickern. Mit nun 21 Punkten wurde Rang elf gefestigt, der Abstand zur Abstiegsregion auf sechs Punkte ausgebaut, weil 1860 München dem Karlsruher SC (Unions Heimgegner am Dienstag) 2:3 unterlag, und der FSV Frankfurt gegen Düsseldorf 0:2 verlor.

„Wir wollten unbedingt einen Punkt holen. Mit einem Zähler bei einem Aufstiegsaspiranten können wir zufrieden sein“, sagte Sebastian Polter: „Bei einigen Kontern waren wir vielleicht zu unkonzentriert und haben die falsche Entscheidung getroffen“, deutete der Union-Stürmer zudem an, dass sogar ein Sieg drin gewesen wäre.

Tatsächlich wurde es für die Gastgeber immer dann gefährlich, wenn Union nach Ballgewinn zum Umschaltspiel ansetzte. Eine Maßnahme, die zumindest in der ersten Halbzeit griff. Polter selbst nach Doppelpass mit Björn Jopek (13.), kurz vor der Pause dann ein Polter-Pass an den Braunschweiger Fünfmeterraum, den Jopek knapp verpasst (45.+2) – Union versteckte sich nicht, sondern bot der Eintracht selbstbewusst Paroli. So entwickelte sich vor der Pause ein Duell auf Augenhöhe. Die Umstellungen, die Düwel vornahm, fruchteten jedenfalls, ob Fabian Schönheim für den Gelb-gesperrten Toni Leistner in der Innenverteidigung oder Jopek für Christopher Quiring im Mittelfeld.

Ordnung und Präsenz waren die beiden Schlagworte, die der Trainer den Seinen mit auf den Weg gegeben hatte. Und bis auf die Szene in der 22. Minute hielten sich die Berliner auch daran. Dann stand der Koreaner Seung-Woo Ryu völlig frei im Strafraum und schob aus zehn Metern locker zum 0:1 ein. Zuvor hatten Benjamin Kessel und Raffael Korte (per Hacken-Zuspiel) Unions Defensive alt aussehen lassen.

Es spricht für die Köpenicker, dass sie sich durch den Rückstand nicht aus der Ruhe bringen ließen und schon mit der nächsten Gelegenheit ausglichen. Nach Flanke von Benjamin Köhler und Brust-Ablage von Polter war Maximilian Thiel von der Strafraumgrenze zur Stelle (28.).

Nach dem Wechsel unterstrich die Eintracht ihre Favoritenrolle und erhöhte den Druck, bis auf einen Pfostenschuss von Vegar Hedenstad sprang jedoch nichts dabei heraus (57.). „Wir hatten uns auch vorgenommen, Braunschweig nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Das ist uns sehr gut gelungen. Aus meiner Sicht haben wir eine überragende Defensivarbeit abgeliefert, was auch der Schlüssel zum Punktgewinn war“, sagte Düwel.