Champions League

Dortmund und Leverkusen: Lieber Erster als Zweiter

Beide Klubs wollen Top-Gegnern in der K.o.-Runde entgehen

Die Ausgangslage ist sowohl für Borussia Dortmund als auch Bayer Leverkusen nahezu perfekt: Beide Teams starten am Dienstag aus der Pole Position in das Gruppenfinale der Champions League (20.45 Uhr, Sky). Nun soll auch die vorerst letzte Etappe erfolgreich bewältigt werden, um in der K.o.-Runde den ganz Großen der Königsklasse aus dem Weg gehen zu können.

In der Liga ist der erste Schritt aus der Abstiegszone nach dem 1:0 gegen Hoffenheim getan, auf der Europa-Bühne hofft der BVB auf einen weiteren Mutmacher. Schon ein Remis gegen den RSC Anderlecht dürfte ausreichen, um Gruppensieger zu werden. „Wir haben in der Champions League Großes geleistet. Diesen Weg dürfen wir nicht verlassen“, fordert Routinier Sebastian Kehl.

Für Bayer hätte die Reise ein Betriebsausflug mit einer B-Mannschaft werden können. „Das wird es jetzt leider nicht. Es ist ärgerlich, aber das ist abgehakt“, sagt Kapitän Simon Rolfes vor der Partie bei Benfica Lissabon. Trotz der Heimniederlage gegen AS Monaco (0:1) sind die Leverkusener schon für das Achtelfinale qualifiziert, wollen nun aber den wichtigen Gruppensieg schaffen.

Drei Tage nach dem kräftezehrenden Bundesliga-Topspiel beim FC Bayern (0:1) müssen Rolfes und Co. die Aufgabe noch einmal hochkonzentriert angehen. Sie führen die Gruppe C mit einem Punkt Vorsprung an, könnten bei einem Sieg von Monaco gegen Zenit St. Petersburg jedoch vom Klub aus dem Fürstentum noch verdrängt werden.

Spekulationen um Weidenfeller

Die Borussia wäre selbst bei einem Remis am Ziel, wenn der FC Arsenal nicht mit mindestens sechs Toren Differenz in Istanbul gewinnt. Die BVB-Profis wollen es besser machen als beim 0:2 zwei Wochen zuvor in London. „Danach haben wir Kritik erfahren, die aus der Bundesliga übergeschwappt ist. Aber insgesamt können wir uns in der Gruppe wenig vorwerfen“, befand Kehl. Und dabei soll es bleiben. „Nachhaltigkeit ist jetzt das Stichwort. Es geht bis Weihnachten nur darum, Punkte, Punkte, Punkte zu sammeln – um nichts anderes“, sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Bayer-Trainer Roger Schmidt warnte davor, Benfica zu unterschätzen, obwohl Lissabon als Letzter schon aus dem Europacup ausgeschieden ist. „Benfica ist ein Traditionsverein, der oft europäisch spielte. Lissabon will sich nicht sang- und klanglos aus dem europäischen Wettbewerb verabschieden.“ Deshalb erwartete er einen „befreit aufspielenden“ Gegner.

In Dortmund sorgt die Frage für Diskussionen, ob Trainer Jürgen Klopp wie gegen Hoffenheim wieder Mitch Langerak seinem Stamm-Torwart, Weltmeister Roman Weidenfeller, vorziehen wird. Lange diskutieren will der BVB-Coach darüber nicht: „Ich werde den Teufel tun und die Spieler auch noch fragen, ob sie es cool finden. Wir sind nicht in einer Situation, in der ich einem Spieler erklären muss, warum er nicht spielt.“