Wintersport

Lindsey Vonns Triumph schockt die Konkurrenz

Amerikanerin beim Comeback gleich wieder auf Rekordkurs

Lindsey Vonns „perfektes Comeback“ stellte auch Viktoria Rebensburgs fünften Platz in der Abfahrt völlig in den Schatten. „Ich denke schon, dass es der glücklichste Tag meines Lebens ist“, kommentierte die US-Sportikone überwältigt, nachdem sie durch eine furiose Performance auf ihrer Lieblingsstrecke in Kanada im zweiten Alpin-Rennen nach ihrer fast einjährigen Verletzungspause ganz nach oben aufs Podest gerast war. Ihr 60. Weltcupsieg brachte die von zwei Kreuzbandrissen genesene 30-Jährige auch in der ewigen Bestenliste näher heran an die Topmarke der österreichischen Rekordhalterin Annemarie Moser-Pröll, die inzwischen nur noch zwei Erfolge mehr aufzuweisen hat.

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich so weit kommen würde in meiner Karriere. Das ist ein großer Schritt“, befand Vonn mit Tränen in den Augen. Platz acht vom Freitag toppte sie tags drauf in der zweiten Abfahrt eindrucksvoll, zudem gab es den ersten US-Dreifacherfolg in der Geschichte des alpinen Skisports zu bejubeln. „Ich erwarte nicht, dass das jetzt jedes Rennen passiert“, sagte Vonn. Eines aber hat sie schon festgestellt nach ihrem Sieg: „Ich glaube“, meinte sie, „ich habe auf jeden Fall ein paar Leute schockiert. Ich konnte das bei einigen Mädels an den Gesichtern ablesen.“

Freund Tiger Woods ist Letzter

Das kann ihr Freund Tiger Woods, 38, bei seinem Comeback übrigens nicht von sich behaupten. Der Golf-Superstar startete die Schlussrunde bei seinem Charity-Einladungsturnier trotz einer 69er Runde vom letzten Platz.

Ähnlich mies lief es für die Speed-Männer des Deutschen Skiverbandes, der angestrebte Aufbruch in die neue Ära stockt. „Wir haben noch deutlich Aufholbedarf“, gestand DSV-Alpinchef Wolfgang Maier nach zwei Abfahrten und zwei Super-G-Rennen in der Weltcup-Saison. Von einem Neuanfang ist trotz großer Investitionen und personeller Umwälzungen im Sommer momentan nur punktuell etwas zu erkennen. Guten Resultaten durch Josef Ferstl (Abfahrts-14. Anfang Dezember in Lake Louise) und Tobias Stechert (Abfahrts-16. am Freitag in Beaver Creek) stehen eine Reihe von Misserfolgen gegenüber; am Samstag schaffte es Ferstl im Super-G von Beaver Creek beim Sieg des Österreichers Hannes Reichelt als bester Deutscher lediglich auf Rang 40.

Besser lief es im Riesenslalom. Felix Neureutherbelegte den achten Platz. Dem 30-Jährigen fehlte etwas mehr als eine halbe Sekunde auf einen Podestplatz. Ted Ligety holte sich vor heimischem Publikum den 24. Weltcup-Sieg seiner Karriere. Rang zwei ging an den Franzosen Alexis Pinturault. Dritter wurde Marcel Hirscher aus Österreich. Nach Rang zwei zum Auftakt in Sölden belegte Fritz Dopfer in den USA Position zehn.