Wintersport

Trotz Weltcupsieg bremst Bartko Euphorie der Eisschnellläufer

Sein großes Rennen ließ ihn einfach nicht los. Die anschließende Nacht war nicht so wie sonst.

„Mir ist es schwer gefallen, ruhig zu schlafen“, sagte Nico Ihle am Tag nach seinem ersten Weltcupsieg. Eigentlich fühlte sich auch der 500-Meter-Lauf am Sonntag für ihn gut an, doch nach dem Coup über die 1000 Meter zuvor gelang ihm zum Abschluss des Weltcup-Wochenendes im Berliner Sportforum nur der achte Rang.

So nah können also Spitze und Mittelfeld beieinander liegen. Vielleicht passte es da ganz gut, dass Robert Bartko, 38, den Doppelsieg von Ihle und dem Berliner Samuel Schwarz nicht als das Ende der Krise der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) betrachten wollte. Der gerade erst zum Sportdirektor des Verbandes gekürte Berliner, selbst Bahnrad-Olympiasieger, sagte: „Das ist jetzt eine Rieseneuphorie, die man bremsen muss. Es ist wichtig, dass wir solche Erfolge haben, damit sind die Probleme aber nicht gelöst.“ Am Schlusstag der Wettbewerbe durfte sich Bartko angesichts mäßiger Platzierungen bestätigt sehen. Ihles achter Platz war da noch das beste Resultat.

Einige Hoffnungen hatten die Verantwortlichen neben den Sprint- noch auf die Massenstartrennen gesetzt. Bei den Frauen bedeutet das automatisch, dass Claudia Pechstein im Fokus steht. Doch die 42-Jährige konnte sich in dem Rennen am Ende nicht entfalten. Zwischendurch hatte sie sich oft an der Spitze gezeigt, sich aber bei den Punktesprints zurückgehalten. Als jedoch kurz vor Schluss das Tempo forciert wurde, konnte die Berlinerin, die bei den beiden vorherigen Massenstartrennen in Asien Sechste und Achte war, nicht mehr mithalten und kam nach 16 Runden beim Sieg der Niederländerin Irene Schouten auf Platz neun.

Bei den Männern fehlte mit Patrick Beckert der beste deutsche Ausdauerathlet (wie Bente Kraus) wegen Krankheit. Marco Weber und Alexej Baumgärtner landeten auf Platz elf und 16.

Nico Ihle hatte seinen achten Platz da längst abgehakt. Er blickte schon mal voraus: „Wenn Heerenveen vorbei ist, gehe ich noch mal auf den Weihnachtsmarkt, da werden ein paar Glühwein dran glauben.“ Nächstes Wochenende findet in den Niederlanden der letzte Weltcup des Jahres statt. Danach will er seinen Sieg endlich richtig begießen. In Berlin hatte er das wegen des Rennens am Sonntag noch nicht getan.