Dortmund

Klopp geht mit Rückendeckung in den Abstiegskampf

BVB setzt gegen Hoffenheim auf Rückkehrer Hummels

Jürgen Klopp ist genau der richtige Mann – jedenfalls für die Klubspitze von Borussia Dortmund. Sie alle sind davon überzeugt, dass der 47 Jahre alte Trainer den BVB aus der Krise führen wird. „Unser Vertrauensverhältnis ist genauso eng wie in den Zeiten der größten Erfolge. Über den Trainer brauchen wir kein einziges Wort mehr verlieren“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vor dem Heimspiel am Freitag gegen 1899 Hoffenheim (20.30 Uhr, Sky).

Watzke weiß, dass die wirtschaftliche Konsolidierung nach der Fast-Insolvenz 2005 erst durch den rasanten sportlichen Aufschwung unter Klopp möglich wurde. Sollte die Borussia jedoch auf einem Abstiegsplatz überwintern, wird die Trainerfrage dennoch Fahrt aufnehmen. Die Bundesliga-Historie zeigt, dass es keine Rücksicht auf große Namen oder vergangene Erfolge gibt, wenn es um den Klassenerhalt geht. Udo Lattek und Jupp Heynckes bei den Bayern der Jahre 1974 und 1991 oder Klaus Toppmöller 2003 in Leverkusen sind die wohl prominentesten Beispiele.

Klopp beteuert, dass er wisse, „wie Abstiegskampf funktioniert“. Er sagt aber auch: „So schwierig, wie es jetzt ist, hätte ich es mir nicht vorgestellt.“ Laut Statistik stiegen knapp 60 Prozent aller Tabellenletzten nach dem 13. Spieltag in die Zweite Liga ab. So spricht Klopp von „High Noon“ für das Schlusslicht.

Von den zahlreichen guten Fußballern, aus denen er auswählen kann, sollen nur die spielen, die „am robustesten wirken“. Da sich das Lazarett etwas gelichtet hat, könnte es tatsächlich sein, dass er zumindest mehr solcher Typen zur Verfügung haben wird als am vergangenen Sonntag beim 0:2 in Frankfurt. Vor allem auf Nationalspieler Mats Hummels ruhen die Hoffnungen. Der Kapitän, nach auskurierter Bänderverletzung seit Montag wieder im Mannschaftstraining, wäre bereit. „Noch nie war ein Sieg so wichtig wie jetzt“, sagte der Nationalspieler, auf dessen Zweikampfstärke und Organisationstalent man beim BVB hofft.

Und auf die Begleichung einer alten Rechnung. Dortmund hatte Hoffenheim im Mai dieses Jahres „durch ein mieses Spiel den Klassenerhalt geschenkt. Ich hoffe, die erinnern sich daran“, sagte Klopp mit einem Augenzwinkern. Ein wenig dürfte dennoch Wunsch Vater des Gedankens gewesen sein.