Karrierreabschluß

Eisschnellläufer mit neuem Selbstbewusstsein beim Weltcup

Für einen Moment wird nach hinten geschaut, da gehört Jenny Wolf die Aufmerksamkeit.

Im Frühjahr hatte die Berlinerin ihre Karriere als Eisschnellläuferin beendet, am Wochenende beim Weltcup in Berlin wird die grandiose Laufbahn der fünffachen Weltmeisterin noch einmal mit warmen Worten, Blumen und Applaus gewürdigt.

Bei der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) hätten sich viele gefreut, wenn die 35-Jährige noch etwas weitergelaufen wäre. Schließlich war sie eine der wenigen, auf die meist Verlass war bezüglich des Erreichens von Podiumsplätzen. Zuletzt entwickelte der Verband nämlich ein veritables Imageproblem, weil bei Olympia im Februar die Medaillen ausblieben. Viele wähnten die Sportart am Scheideweg, weil kaum Athleten nachrücken.

In Berlin nun präsentiert sich die DESG schon wieder recht selbstbewusst. Denn so schlimm, wie viele vermutet hatten, ist es gar nicht gekommen. „Es war wunderschön, zu Hause auf dem Sofa zu sitzen und diese Leistung anzuschauen“, sagt Chef-Bundestrainer Markus Eicher. Die beiden ersten Weltcups der Saison in Asien verfolgte er von daheim in Inzell. Nach einem Sommer voller Zwistigkeiten und Kritik an der Arbeitsweise des Verbandes war auch er sich nicht sicher, wie es weitergeht. Aber nun gab es einen Weltcupsieg über 5000 Meter durch die Berlinerin Claudia Pechstein, dazu drei dritte Plätze, unter anderem durch den Berliner Samuel Schwarz über 1000 Meter und Pechstein sowie der Berlinerin Bente Kraus in der Teamverfolgung. „Ich hätte das nicht erwartet“, sagt Eicher.

Auch für ihn persönlich sind die Erfolge wichtig, hatte die DESG die Cheftrainerstelle doch ausgeschrieben. Für diese Saison zumindest muss Eicher nicht um seine Position bangen. Ein Wechsel „steht aktuell nicht zu Debatte“, sagt DESG-Präsident Gerd Heinze.

Für das in Obihiro/Japan überraschend erfolgreiche Verfolgungsteam der Frauen gilt das nicht. Anstelle der Inzellerin Gabriele Hirschbichler rückt die Berlinerin Isabell Ost in die dann reine Hauptstadt-Formation beim Heim-Weltcup im Sportforum Hohenschönhausen.

Zeitplan des Weltcups, Freitag (A-Gruppe ab 16 Uhr): 500 m, Team-Verfolgung Männer, 3000 m Frauen. – Sonnabend (A-Gruppe ab 12.55 Uhr): 1000 m, 5000 m Männer, Team-Verfolgung Frauen. – Sonntag (A-Gruppe ab 12.50 Uhr): 500 m, 1500 m, Massenstart.