DOSB

Olympiasieger Bischof: Von der Judomatte in die große Sportpolitik

Mit der Benennung von Ole Bischof, 35, als möglichem Vizepräsident Leistungssport ist Alfons Hörmann diese Woche ein kleiner Coup gelungen.

Auf Vorschlag des Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) stellt sich der Judo-Olympiasieger von 2008 am Sonnabend auf der Mitgliederversammlung ohne Gegenkandidat zur Wahl. Erst 2012 hat der 35-Jährige seine Leistungssportkarriere beendet, inzwischen arbeitet er bei einer Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft.

Als Funktionär ist Bischof bislang unbeleckt. Erste Gespräche mit dem DOSB gab es bereits vor rund einem Jahr. Vor etwa drei Wochen folgte die konkrete Anfrage an Bischof. Dem Vernehmen nach gestaltete sich Hörmanns Suche schwierig. Denn so groß die Aufgaben für einen Leistungssportreformer in spe heute sind, so klein ist der Bewerberkreis. Es gilt, den Negativtrend der deutschen Mannschaft bei Olympischen Spielen Hand in Hand mit den Hauptamtlichen im DOSB zu stoppen.

Bischof bittet um Zeit, er will sich „gerade am Anfang zunächst die Schwachstellen anschauen“. Nur so viel: „Das System produziert Olympiamedaillen, so ist es ja nicht.“ Doch Verbesserungsbedarf ist unübersehbar, was die Möglichkeiten der Spitzensportsteuerung und -förderung angeht.

Warum er, der in der mitunter komplizierten Verbandsarbeit unerfahrene Mittdreißiger, das Amt angedient bekam? Bischof sagt: „Aus Gesprächen mit Vereinen und Verbänden ging stark hervor, dass es einen frischen Wind braucht. Ich hoffe, dass ich ihn als erfolgreicher Athlet reinbringen kann.“ Amtsinhaberin Christa Thiel, 60, kandidiert nicht erneut, da sie ihren Gestaltungsspielraum nach eigenen Angaben als arg eingeschränkt empfand. Bischof ahnt: „Es wird kein leichter Job.“

Im November 2008, wenige Monate nach seinem Olympiasieg, trat Bischof bei „Schlag den Raab“ an und wollte eigentlich eine Million Euro mitnehmen. Doch der Topsportler hatte gegen Entertainer Stefan Raab keine Chance, er unterlag in elf Spielen klar mit 3:63. Als Vizepräsident im DOSB braucht er künftig mehr Fortune.