Fußball

Blatter bekräftigt Zusage für die WM 2022 in Katar

Fifa-Präsident weist Vorwürfe für Vergabe vehement zurück

Die neuesten Anschuldigungen im Vergabeskandal um die Fußball-Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Katar locken auch die angeschlagenen Top-Funktionäre aus der Defensive. Fifa-Präsident Joseph Blatter bekräftigte trotz aller Turbulenzen die Zusage an Katar als Gastgeber für das Weltturnier in acht Jahren, sein Uefa-Amtskollege Michel Platini geht sogar zum juristischen Gegenschlag über.

Die pikanten Details rund um angebliche Bestechung und brisante Hinterzimmer-Deals aus der „Sunday Times“ sorgten auch am Montag noch für Aufsehen. Bevor sich ein britischer Parlamentsausschuss mit dem Bericht befasst, betonte John Whittingdale, Vorsitzender des Gremiums, dass „Fragen beantwortet“ werden müssten. Auch der englische Verband FA, der mit seiner Kandidatur für 2018 unterlegen war, muss sich wegen vermeintlicher Absprache zum Stimmentausch mit Südkorea verantworten.„Vieles davon sind Berichte und Hörensagen, es sind keine harten Beweise“, sagte Whittingdale. „Aber nichtsdestotrotz: Wenn man es mit allen anderen Beweisen zusammennimmt, die bereits gesammelt wurden, zeichnet es ein Bild einer tief korrupten Organisation und dass der ganze Bieterprozess komplett mangelhaft ist.“

Picasso-Gemälde als Bestechung?

Das sehen die Ober-Bosse der Verbände naturgemäß anders. Blatter wies bei den Feiern zum 60. Gründungstag des Asiatischen Fußballverbands in Manila die neuerliche Kritik am WM-Zuschlag für Katar zurück. „Alles, was da in aller Welt erzählt wird, stammt von wem? Von denen, die nicht wirklich dabei waren oder involviert sind, wenn im Fußball etwas passiert“, sagte der Weltverbandschef und betonte erneut: „Die Weltmeisterschaft 2022 wird in Katar gespielt.“

Nach der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts von Fifa-Ethikhüter Hans-Joachim Eckert zur Vergabe der Turniere 2018 nach Russland und 2022 an Katar war die Kritik am Weltverband neu entflammt. Im Raum stehen weiter schwere Korruptionsvorwürfe und der Verdacht unlauterer Machenschaften im Zuge des Vergabeverfahrens. Die „Sunday Times“ hatte unter Berufung auf Erkenntnisse der englischen WM-Bewerbung auch berichtet, dass Uefa-Präsident Platini von einem Mitglied des russischen Bewerbungskomitees ein Gemälde erhalten habe, das Pablo Picasso zugeschrieben wird. „Ich möchte klarstellen, dass die Anschuldigungen durch die Sunday Times komplett fiktiv sind und dass die Zeitung selbst anerkennt, dass sie keinerlei Beweise hat, die dieses lächerliche Gerücht untermauern“, sagte Platini. Der Fall sei nun in den Händen seiner juristischen Berater, er behalte sich rechtliche Schritte vor, erklärte der Franzose.