FC Bayern München

Müller träumt schon von zwei Endspielen

Für Bayern ist die Partie nur ein Testlauf am neuen Sehnsuchtsort

Zweimal war Pep Guardiola mit dem FC Bayern in der Hauptstadt – beide Male kehrte der Spanier mit einer Titel nach München zurück. Das 3:1 am 25. März gegen Hertha BSC machte den frühesten Titelgewinn der Bundesliga-Historie perfekt. Am 17. Mai konnten die Bayern nach einem dramatischen 2:0 gegen Borussia Dortmund eine Ehrenrunde mit dem DFB-Pokal drehen.

Diesmal gibt es noch nichts zu holen, leichtsinnig wird Guardiola deswegen nicht. „Langeweile? In der Bundesliga? Nein! Warum?“, wehrte er die Frage nach Bayerns Überlegenheit ab. Die Seinen haben bei Manchester City gerade die erste Saisonpleite kassiert, im 19. Spiel. Gegen Hertha werden am Sonnabend wohl die in der Königsklasse geschonten Thomas Müller und Mario Götze in die Startelf zurückkehren. „Die Spieler waren müde“, berichtete Guardiola am Freitag über die Nachwirkungen von Manchester. Zudem erwartet er einen sehr physischen Gegner. „Hertha ist eine sehr intensive Mannschaft, sehr aggressiv.“

Die Berliner gehen die Herkulesaufgabe gegen den Branchenprimus mit dem Personal an, das zuletzt in Köln den ersten Auswärtssieg seit neun Monaten einheimste. Im Training ließ Jos Luhukay die Elf des vergangenen Spieltags üben. Dass der Hertha-Coach gegen den Münchner Angriffswirbel auf zusätzliches Defensivpersonal setzt und mit einer Fünfer-Abwehrkette spielen lässt, ist ebenfalls denkbar.

Bayern weltweit die Nr. 1

Karl-Heinz Rummenigge dürfte es reichlich egal sein, wie Hertha dem Rekordmeister zu trotzen gedenkt. Der Bayern-Präsident hat pünktlich zur Mitgliederversammlung am Freitag die Marschroute für die kommenden Jahre ausgegeben. Sein Wunsch: Die Abstände zwischen den Champions-League-Titeln mögen sich künftig doch ein wenig verkürzen. Tatsächlich hatten sich die Münchner vor dem Triumph von 2001 25 Jahre gedulden müssen. Bis zum nächsten Titel in der Königsklasse gingen zwölf Jahre ins Land.

Rummenigge verkündete diverse Rekordzahlen: Mit 251.315 Mitgliedern sind die Bayern der größte Sportverein der Welt. Der Umsatz 2013/14 lag bei 528 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern beläuft sich auf 16,5 Millionen Euro. Das Eigenkapital beträgt gewaltige 405 Millionen Euro. Weil sich mit der Allianz ein weiterer strategischer Partner einkaufte, ist die Münchner Arena bereits nach zehn, statt nach geplanten 25 Jahren, abbezahlt.

Heißt: Sportvorstand Matthias Sammer kann auf dem Transfermarkt noch mehr Geld ausgeben als ohnehin schon (Gesamtpersonalkosten der vergangenen Saison: 215 Mio. Euro/zum Vergleich: Hertha 39,9 Mio. Euro).

Vorerst müssen die Götze und Müller reichen. Letzterer macht aus seiner Vorfreude kein Geheimnis. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, twitterte der Weltmeister, „im Olympiastadion will ich diese Saison noch öfter spielen.“ Im Pokal-Endspiel (30. Mai 2015), versteht sich. Und im Finale der Champions League (6. Juni 2015).