Champions League

Zauber verflogen

Dortmund muss erste Niederlage in der Königsklasse hinnehmen. Leverkusen glanzlos weiter

Nun hat es Borussia Dortmund auch in der Champions League getroffen: Die erste Niederlage in der Fußball-Königsklasse hat den BVB den vorzeitigen Gruppensieg gekostet. Die bereits für das Achtelfinale qualifizierte Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp musste sich am Mittwoch dem FC Arsenal mit 0:2 (0:1) geschlagen geben. Yaya Sanogo schon in der 2. Minute und Alexis Sanchez (57.) schossen den verdienten Sieg für die Elf von Coach Arsene Wenger heraus. Damit erwischte es einen Tag nach der Auswärtspleite des FC Bayern bei Manchester City auch den BVB bei seinem Gastspiel auf der Insel.

„Arsenal war deutlich stärker als im Hinspiel, wir waren nicht so stark, das war heute der Unterschied“, analysierte Dortmunds Neven Subotic knapp und treffend. Das Hinspiel hatten die Dortmunder im eigenen Stadion noch mit 2:0 gewonnen. „In den entscheidenden Situationen waren wir nicht richtig da“, sagte auch Ilkay Gündogan. „Wir haben zwei Gegentore kassiert, die so nicht passieren müssen. Wir haben es vermissen lassen, dass wir uns richtige Torchancen herausspielen. Und dann verlierst du hier zurecht 0:2.“

Mit freundlicher Unterstützung aus Russland hat Bayer Leverkusen den Einzug ins Achtelfinale geschafft. Den vorzeitigen Gruppensieg verspielte die Werkself aber durch eine unnötige 0:1 (0:0)-Heimniederlage gegen AS Monaco. Die erste Heimpleite unter Trainer Roger Schmidt war für den Bundesligisten ein ärgerliches Déjà-Vu. Schon das Hinspiel hatte Leverkusen im Fürstentum trotz großer Überlegenheit mit dem gleichen Resultat verloren. Der kurz zuvor eingewechselte Lucas Ocampos sorgte mit seinem Tor in der 72. Minute für den unverdienten Erfolg der extrem defensiv eingestellten Gäste. Leverkusen muss den erhofften Gruppensieg nun in der letzten Partie am 9. Dezember bei Benfica Lissabon perfekt machen. Die gute Nachricht des Abends kam schon vor dem Anpfiff. Bayer ist auch nach der Winterpause in der Champions League definitiv dabei. Da Zenit St. Petersburg gegen Benfica Lissabon 1:0 gewann, ist zumindest Platz zwei sicher.

Wie zuletzt in der Bundesliga enttäuschte Dortmund erstmals in dieser Saison auch auf internationalem Parkett und blieb vor allem in der Offensive ohne Durchschlagskraft. Am letzten Vorrunden-Spieltag können die Dortmunder jetzt theoretisch noch von Arsenal überflügelt werden. Die Londoner qualifizierten sich zum 15. Mal in Serie für das Achtelfinale der Champions League. Lukas Podolski saß anfangs erneut nur auf der Bank und wurde erst rund zehn Minuten vor Schluss für den Torschützen Sanogo eingewechselt; Per Mertesacker übernahm in der 66. Minute vom verletzten Mikel Arteta die Kapitänsbinde. Wie der Revierrivale FC Schalke 04 tags zuvor bei seinem 0:5-Debakel gegen Chelsea wurden die Dortmunder nach wenigen Sekunden kalt erwischt. Keine zwei Minuten waren gespielt, als Sanogo nach Einwurf von Calum Chambers und Vorlage von Santi Cazorla die Verwirrung in der Hintermannschaft der Gäste nutzte und aus abseitsverdächtiger Position BVB-Keeper Roman Weidenfeller überwand. Mit dem schnellen Kombinationsspiel der Gunners taten sich die Dortmunder schwer. Erst einige Zeit nach dem frühen Rückstand konnten sie sich befreien und für Entlastung sorgen. Ciro Immobile verpasste eine Hereingabe von Lukasz Piszczek nur knapp (19.). Ein Duell auf Augenhöhe entwickelte sich nach einer halben Stunde.

Nach dem Sturz auf einen Abstiegsplatz in der Bundesliga wollte der BVB zumindest auf internationalem Parkett wieder für einen Festtag sorgen und sich mit einem Erfolgserlebnis Mut für den wichtigen Auftritt in der Bundesliga am Sonntag bei Eintracht Frankfurt machen. Doch auch nach dem Wechsel hatte Arsenal die besseren Chancen und war das dominierende Team. Trotz aller guten Vorsätze blieb das Spiel der Borussia auch in der zweiten Halbzeit ohne große Durchschlagskraft. Sanchez scheiterte mit einem Flachschuss an Weidenfeller (51.), Alex Oxlade-Chamberlain traf nur die Latte (54.). Drei Minuten später allerdings war dann auch Weidenfeller gegen den platzierten Schuss von Sanchez kurz vor dem Strafraum machtlos.