Handball

Jaszka wird nach seinem Comeback vorsichtig aufgebaut

Füchse-Spielmacher darf in Bietigheim pausieren

Bartlomiej Jaszka schaute sich etwas hilfesuchend um, umringt von Medienleuten. Fernsehen, Radio, Zeitungen – alle wollten vom Füchse-Spielmacher wissen, wie er sich denn fühle nach seinem erfolgreichen Comeback beim 23:18 des Berliner Handballteams gegen den HBC Nantes. Nach 184 Tagen Verletzungspause wegen einer Schulteroperation war die Rückkehr für ihn wie eine Erlösung. „Ich bin sehr froh“, meinte der zurückhaltende Pole mit ruhiger Stimme. Er dankte gleich den Zuschauern, „die mich so toll empfangen haben.“ Endlich wieder auf dem Feld: „Ich war etwas nervös und hatte richtig Gänsehaut.“

In der vergangenen Woche hatte Jaszka noch eine Kontrolluntersuchung mit positivem Ergebnis. Im Training am Donnerstagabend „haben wir gesehen, dass es geht“, erzählte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson, dem die Freude darüber anzumerken war, dass sein verlängerter Arm auf dem Spielfeld jetzt wieder zurück ist. „Er ist das Bindeglied zwischen den Mannschaftsteilen. Man hat deutlich gespürt, wie wichtig er ist“, erklärte Berlins Sportkoordinator Volker Zerbe.

Der Satz gilt für den ersten Auftritt Jaszkas nach seiner Zwangspause, er gilt aber auch für die vergangenen Monate, in denen der 31-Jährige sehr vermisst wurde. Es fehlte die ordnende Hand, ein Spieler, der denkt und lenkt, der torgefährlich ist, aber stets auch den Blick für den Mitspieler hat.

Damit ist Jaszkas Rolle beschrieben, der auf den Spitznamen „Baba“ hört. Füchse-Geachäftsführer Bob Hanning hat ihn einmal „unseren Daniel Düsentrieb“ genannt. Ein Mann, dem immer etwas einfällt und der nicht zu ersetzen ist. Entsprechend hatte sich Jaszkas Fehlen in dieser Saison bemerkbar gemacht. Den Füchsen mangelte es insgesamt an Stabilität und nicht selten an Struktur in der Offensive. Der als Ersatz verpflichtete Serbe Petar Nenadic ist vom Typ her eher ein Individualist als ein Mannschaftsspieler wie Jaszka.

Mit viel Mut und ohne Angst

Mit Jaszka ist die Hoffnung zu den Füchsen zurückgekehrt, als Heilsbringer sieht er sich selbst jedoch nicht. „Es gibt noch einiges zu verbessern. Ich bin noch nicht da, wo ich hin will.“ Wichtig war für ihn: „Ich habe keine Angst.“ Nach der Schulter-OP in Posen am 3. Juli dieses Jahres hat er heute keine Sperre im Kopf. Mutig stürzte er sich gleich ins Getümmel gegen die robusten Franzosen.

„Jetzt bekommt er erst einmal zwei, drei Tage Pause“, hat Sigurdsson angekündigt. „Man muss sehen, wie er alles verkraftet.“ Am Mittwoch (20.15 Uhr) beim Tabellenletzten in Bietigheim wird Jaszka definitiv nicht dabei sein. Seinen nächsten Einsatz hat er dann am kommenden Sonnabend in Nantes (20.30 Uhr), wenn die Berliner ihr Fünf-Tore-Polster verteidigen und in die Gruppenphase des EHF-Pokals einziehen wollen.