Personalsorgen

Lahm fällt nach Knöchelbruch drei Monate aus

Ausfall des Kapitäns verschärft Bayerns Verletzungsmisere

Es war kurz nach zwölf Uhr mittags, als Philipp Lahm zu Boden ging und die Hände vor das Gesicht schlug. Seine lauten Schreie schallten über den regennassen Trainingsplatz an der Säbener Straße. Mit einem Golfcart wurde Lahm vom Platz gefahren und später in die Praxis von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt gebracht. Von dort kam die Diagnose: Bruch am oberen Sprunggelenk.

„Es ist der Knöchel“, teilte Lahm mit, als er die Praxis des Vereinsarztes auf Krücken und mit einem Verband um den rechten Knöchel verließ. Der Bruch am oberen Sprunggelenk muss operiert werden, Lahm wird laut Mediendirektor Markus Hörwick „zweieinhalb bis drei Monate ausfallen“. Das heißt: Mitte Februar, wenn in der Champions League das Achtelfinale ansteht, wäre er wieder dabei.

Es hätte noch wesentlich schlimmer kommen können für den FC Bayern: Er steht als Gruppenerster im Achtelfinale der europäischen Königsklasse und in der Bundesliga als Erster sehr gut da. Dennoch kommt der Ausfall des Kapitäns zu einem reichlich ungünstigen Zeitpunkt: Trainer Pep Guardiola hat im Mittelfeld damit wieder eine Option weniger.

Im Mittelfeld werden Spieler knapp

Thiago ist nach wie vor verletzt, eine Rückkehr nicht absehbar. David Alaba wird in diesem Jahr ebenfalls nicht mehr spielen, Bastian Schweinsteiger ist wieder im Training, aber noch nicht hundertprozentig fit, hinzu kommen Claudio Pizarro, die Torhüter Tom Starke und Pepe Reina sowie die Langzeitverletzten Javi Martinez und Holger Badstuber. Lange Zeit war auch Franck Ribéry nicht einsatzfähig gewesen. Nun also Lahm, der im Konzept von Guardiola immer eine tragende Rolle gespielt hat – egal auf welcher Position. Er hat den Mannschaftskapitän geadelt als den „intelligentesten Spieler“, mit dem er je zusammengearbeitet habe, Lahm könne alles spielen außer Torwart. Nun hat der Spanier im Mittelfeld schon wieder eine Option weniger. Bleibt für die Schaltzentrale derzeit nur Xabi Alonso.

Für Lahm ist es die dritte lange Verletzungspause seiner Karriere. Zuvor war er fast das gesamte Jahr 2005 ausgefallen, nachdem er im Januar einen Ermüdungsbruch im rechten Fuß und im Mai einen Kreuzbandriss im rechten Knie erlitten hatte. Bittere Ironie: Am Dienstag hatte der FC Bayern auf seiner Homepage noch ein Interview mit Lahm veröffentlicht, in dem er mitteilte, wie sehr er die Länderspielpause genieße: „Es ist sehr angenehm. Man hat ein paar Tage frei, kann abschalten, regenerieren und Zeit mit der Familie verbringen. Das tut schon gut“, sagte Lahm da und ergänzte, außerdem werde er ja bereits am Sonnabend gegen Hoffenheim wieder Fußball spielen.

Fußball spielen wird er nun aber erst mal nicht können.