Handball

Mit dem letzten Wurf erreichen Spreefüxxe das Pokal-Viertelfinale

Die offizielle Spielzeit war bereits abgelaufen, als Laura Steinbach zur Tat schritt.

Im Pokalspiel der Spreefüxxe gegen den SVG Celle stand es nach 60 Minuten 25:25 – und die meisten Zuschauer und Spielerinnen hatten sich bereits auf die Verlängerung eingestellt. Doch der letzte Freiwurf für die Gastgeberinnen sollte noch ausgeführt werden. Nationalspielerin Steinbach, die erst Anfang Oktober nach Berlin gewechselt war, schnappte sich den Ball und warf ihn an der Mauer vorbei ins linke obere Toreck. „Ich hatte ein bisschen Glück, weil auf dieser Seite der Mauer die kleinste Spielerin von Celle stand“, sagte sie nach ihrem Siegtreffer.

Dass die Partie überhaupt erst mit dem letzten Wurf entschieden werden musste, hatten sich die Füchse-Frauen allerdings selbst zuzuschreiben. Zur Halbzeit führten die Berlinerinnen dank starker Abwehrleistung und schönen Kombinationen im Angriff bereits mit 15:10. Nach der Pause aber war es mit dem souveränen Auftreten vorbei, die Fehlpässe häuften sich. In dieser Phase war auch von der Schwedin Daniela Gustin, mit sieben Treffern (davon fünf Siebenmeter) die beste Torschützin an diesem Abend, und von Laura Steinbach (sechs Treffer) nicht mehr viel zu sehen.

Als Trainer Lars Melzer dann auch noch anstelle einer Torfrau Anna Blödorn als spielende Torhüterin einwechselte, kamen die Gäste weiter heran und gingen kurz vor Schluss sogar in Führung. „Wir haben uns vorne schwer getan und ich wollte neue Impulse setzen“, begründete Melzer sein mutiges Experiment, das dank Steinbachs Treffer in letzter Sekunde gerade noch einmal gut ging. „Da hat sich ihre Verpflichtung doch schon gelohnt“, sagte Füchse-Managerin Britta Lorenz sichtlich erleichtert.

Durch den Erfolg stehen die Spreefüxxe nun im Viertelfinale, nur noch ein Sieg fehlt zum erstmaligen Einzug in das Final Four. „Wenn man so kurz vor dem Ziel steht, will man es natürlich unbedingt erreichen“, meinte Laura Steinbach, Darauf angesprochen, dass die Füchse eine gute Pokalhistorie hätten, grinste sie bloß. „Ich hoffe, das bleibt in der Familie.“ Ihr Freund Iker Romero hatte im April mit den Füchse-Männern den Pokal gewonnen.