Wasserball

„Wir sind ja keine Fußballer“

Zwei Pflichtspiele an einem Tag für Spandaus Wasserballer

Gleich zweimal hintereinander müssen die Spandauer Wasserballer am Sonnabend ins Wasser, erst um 16 Uhr zum Bundesliga-Spitzenspiel beim ASC Duisburg und anschließend um 18 Uhr im Pokal-Achtelfinale beim Zweitligaklub Duisburger SV 1898. Teammanager Peter Röhle ist trotzdem nicht bange, dass seine Mannschaft durchhält: „Zwei Spiele halten wir schon aus. Wir sind ja keine Fußballer.“

Grund für die Doppelansetzung ist der enge Terminplan. Am 29. November, dem eigentlichen Termin für das Pokalspiel gegen Duisburg, bestreiten die Wasserfreunde bereits ihren Europapokal-Auftakt gegen Jug Dubrovnik aus Kroatien. Eine Austragung unter der Woche war ebenfalls nicht möglich, weil die Spieler beider Mannschaften berufstätig sind oder nebenbei studieren. Deshalb einigte man sich mit den Gastgebern auf die nun vorliegende Lösung mit zwei Partien an einem Tag.

Favorit bleibt Spandau gegen den im Vorjahr aus der Bundesliga abgestiegenen Duisburger SV auch so. „Das soll nicht arrogant klingen, aber wir halten uns für so stark, dass wir beide Spiele gewinnen können“, sagt Spandaus Präsident Hagen Stamm. Die Berliner reisen mit einem größeren Kader an als sonst und wollen in der zweiten Begegnung vor allem den Spielern von der Bank eine Chance geben, sich zu bewähren. „Dazu kommen dann die Stammspieler, die nach der ersten Partie noch Luft und Lust haben.“

Sportlich schwieriger wird die erste Partie gegen den ASC Duisburg, den Spandau im Mai erst im fünften Meisterschaftsfinale niederringen konnte. Der ASC war 2013 auch die einzige Mannschaft in den vergangenen acht Jahren, die Spandau den Titel abjagen konnte. Im Sommer haben die Westdeutschen allerdings drei Stammkräfte verloren und gelten daher in dieser Saison eher als Außenseiter auf den Meistertitel. „Genau darin liegt aber auch die Gefahr, dass man sie womöglich unterschätzt. Die Mannschaft hat immer noch fünf Nationalspieler“, warnt Röhle. Auch Stamm erwartet eine enge Partie, bei der die Torhüter – Laszlo Baksa auf Spandauer Seite und Nationaltorhüter Moritz Schenkel bei den Duisburgern – den Ausschlag geben könnten.

Große Hoffnungen setzt Stamm zudem auf Maurice Jüngling. Der Nationalspieler profitiert davon, dass die Wasserfreunde mit Christian Schlanstedt und dem Slowaken Martin Famera zwei neue Centerverteidiger verpflichtet haben, die ihn in der Defensive entlasten. „Er hat jetzt mehr Freiheiten im Angriff, das hat ihm gut getan“, sagt Stamm. Beim 23:6-Erfolg gegen die White Sharks Hannover traf Jüngling gleich vier Mal ins Schwarze.