Hoffnung

Darida schießt Freiburg zum ersten Saisonsieg

Die Breisgauer gewinnen seit 13 Jahren wieder einmal in Köln

Nach dem Ende seiner längsten Negativserie beim SC Freiburg stürmte Christian Streich völlig losgelöst aufs Feld und herzte einen Spieler nach dem anderen. Ein halbes Jahr hatte der Coach der Breisgauer auf diesen Sieg in der Fußball-Bundesliga warten müssen. Das 1:0 (0:0) beim Aufsteiger 1. FC Köln, der erste Dreier nach zwölf Ligaspielen und der erste Sieg in Köln in 13 Jahren, brachte neue Hoffnung im Abstiegskampf.

„Ich schaue keine Tabelle mehr an“, sagte Streich, „ich schaue nicht mehr auf die Punkte, ich mach's nicht mehr bis zum letzten Spieltag. Dann schauen wir, ob es reicht oder nicht.“ Dank des verwandelten Handelfmeters von Vladimir Darida (50.) kletterte Freiburg auf den Relegationsrang 16. „Wir müssen jetzt Woche für Woche so spielen und ein kämpferisches Herz zeigen“, meinte SC-Stürmer Admir Mehmedi: „Wir haben phasenweise spielerisch überzeugt, und niemand war sich zu schade, defensiv zu arbeiten.“ Die Kölner, neun Tage vor Beginn der jecken Zeit im eigens entworfenen Karnevalstrikot aufgelaufen, verpassten dagegen den dritten Bundesligasieg in Folge. Wir haben das Gegentor aus dem Nichts bekommen“, klagte FC-Sportdirektor Jörg Schmadtke: „Dann haben wir versucht anzurennen, aber keine vernünftige Lösung gefunden.“

Vor 49.500 Zuschauern waren die Gastgeber erstmals in dieser Saison als Favorit ins Spiel gegangen und mussten damit auch in die ungeliebte Rolle der spielgestaltenden Mannschaft schlüpfen. Da Freiburg bei den eigenen Versuchen jedoch auch keine Mittel gegen die bis dahin drittbeste Defensive der Liga fand, entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein fades Spiel ohne echte Höhepunkte.

Vier Tage vor dem Auftritt in Köln hatte Freiburg im DFB-Pokalspiel beim Zweitligisten 1860 München durch einen 5:2-Sieg neuen Mut geschöpft. In Köln blieb zunächst zwar vieles Stückwerk, die gefährlicheren Szenen bis zur Pause gehörten dennoch dem SC. Zweimal verfehlten Distanzschüsse von Darida jedoch ihr Ziel (16./34.). Die Kölner Fans mussten bis zur 42. Minute auf eine echte Möglichkeit ihrer Mannschaft warten, doch Yuya Osako spitzelte den Ball knapp am Tor vorbei.

Nach der Pause drohte ein ähnliches Bild, aber ein unvorsichtiger Einsatz von Mergim Mavraj machte das einzige Tor des Spiels möglich: Kölns Verteidiger grätschte mit ausgefahrenen Armen in eine Flanke von Mehmedi, Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen) entschied auf Handelfmeter. Darida verwandelte sicher gegen Timo Horn, der noch am Dienstag im Pokal beim MSV Duisburg (4:1 i.E.) zwei Elfmeter gehalten hatte.