Pferdesport

Wewering siegt und schwärmt von der neuen Mariendorfer Bahn

Heinz Wewering geriet geradezu ins Schwärmen. Soeben hatte er sich mit Indira Bo das Finale der Breeders Crown (Krone der Züchter) für zweijährige Stuten gesichert, als er bei der Siegerehrung das hohe Lied der neuen Mariendorfer Bahn anstimmte.

„Zuerst gebührt das Lob natürlich Indira Bo. Sie ist für ihre Alter extrem nervenstark und kann schon ein hohes Tempo gehen.“ Das hatte der Sieg-Weltrekordler mit der dunkelbraunen Lady vom Start weg bewiesen. Es war ein wichtiger Erfolg, denn die Zweijährigen sind ab 2015 (Rennpferde haben am 1. Januar Geburtstag) der Derby-Jahrgang und Indira Bo wird viel zugetraut.

Doch das Ganze passierte mit der Startnummer eins. Wer diese Nummer hat, geht auf der Innenbahn ins Rennen. Bis vor gut einem Monat ein veritabler Nachteil, denn das alte Mariendorfer Geläuf war besonders auf den inneren Spuren völlig verschlissen.

„Mein Rennen in der Form war nur möglich, weil sich der neue Bahnbelag als ausgesprochen gut erwiesen hat. Indira Bo hat eine enorme Startgeschwindigkeit. Das kann man jetzt umsetzen. Die Bahn ist perfekt gelungen. Wir waren von Beginn an vorn, und ich wusste, dass uns eigentlich nichts mehr passieren kann.“ Während Wewering fürs Siegerfoto seinen rot-goldenen Pokal in die Höhe hielt, lächelte Ulrich Mommert, Bahneigentümer in Mariendorf, beim Beobachten der Szene. Insgesamt eine runde Million Euro hat der 73 Jahre alte Unternehmer in Bewegung gesetzt, unter anderem einen neuen Traktor und Bahn-Pflegemaschinen angeschafft, damit sich das 1200-m-Oval für die nächsten Jahre in optimalem Zustand präsentieren kann. „Die eigentliche Bahnsanierung hat einen Monat gedauert, mit allen Vorbereitungen waren es dann zweieinhalb“, so Mommert.

Geschäftsführer Andreas Haase bedankte sich bei dieser Gelegenheit für die Kooperationsbereitschaft der Betreiber der Rennbahn in Karlshorst, auf der sich die Mariendorfer Fahrer in der fraglichen Zeit in Form halten konnten. Die Bilanz der Mariendorfer Verantwortlichen nach dem zweiten sportlichen Höhepunkt des Jahres fällt positiv aus. Andreas Haase: „Wir haben den Abwärtstrend in unserem Sport schon das zweite Jahr in Folge gestoppt. Über diesen Trend freuen wir uns. Und alles trotz der Zwangspause wegen des Geläufs. Die Derbywoche war ein großer Erfolg und die anderen Renntage waren überwiegend gut.“