Nationalmannschaft

Jetzt wird es für Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson ernst

Dagur Sigurdsson will die ganze Sache nicht zu hoch hängen: „Das sind auch nur zwei Handball-Spiele.“

Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Doch mit einem Blick auf eben diese beiden Partien sagt der Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft auch: „Wir wissen alle, dass wir weiterkommen wollen. Dafür benötigen wir Siege.“ Es geht in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2016 am Mittwoch (20.15 Uhr, Sport1) in Gummersbach gegen Finnland und am Sonntag in Wien gegen Österreich.

Nun ist es zwar noch lange hin bis zu den Titelkämpfen in Polen (17. bis 31. Januar 2016), aber Bob Hanning, der für den Leistungssport zuständige Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB), sagt auch: „Mit zwei Erfolgen können wir jetzt schon den Grundstein legen, um bei der EM dabei zu sein.“

Noch in Erinnerung ist die Blamage, als der damalige Bundestrainer Martin Heuberger mit dem Nationalteam die Qualifikation für die Europameisterschaft 2014 in Dänemark verpasst hat. „Vor zwei Jahren haben wir uns den Fauxpas erlaubt, dass wir zum Quali-Auftakt das Heimspiel gegen Montenegro verloren haben. Da sind wir schnell unter Druck geraten und immer hinterhergelaufen“, sagt Linksaußen Uwe Gensheimer.

Nur kein Déjà-vu. Aber doch nicht gegen Außenseiter Finnland... „Wenn wir anfangen, uns vor Finnland zu fürchten, dann läuft was falsch in dieser Handballnation“, sagt Hanning klipp und klar. Er selbst ist Geschäftsführer des Bundesligisten Füchse Berlin. Nicht ohne Kritik ging vonstatten, dass ausgerechnet Sigurdsson, Coach seines Berliner Klubs, zum Bundestrainer gemacht wurde. Ende August hat der Isländer das Amt übernommen. In dieser Saison übt er es noch in Doppelfunktion aus, von der kommenden Spielzeit an konzentriert er sich voll und ganz auf seinen Job beim DHB.

In ihrer Qualifikationsgruppe treffen die Deutschen neben Finnland und Österreich auch noch auf das Topteam aus Spanien. Die beiden besten Mannschaften nach Hin- und Rückspielen qualifizieren sich direkt für die EM, auch der beste Gruppendritte ist noch dabei. Normalerweise sollten Deutschland und Spanien die beiden ersten Plätze belegen. Bisher ist Sigurdsson, der drei Füchse-Profis (Silvio Heinevetter, Paul Drux, Fabian Wiede) in sein Team berufen hat, als Bundestrainer noch unbesiegt. In zwei Testspielen gegen die Schweiz gab es einen Sieg und ein Unentschieden.