Handball

Anti-Doping-Agentur sieht durch Fall Kraus ihre Arbeit gefährdet

Die Nationale Anti Doping Agentur (Nada) geht gegen den Freispruch für Handball-Nationalspieler Michael Kraus in dessen Meldepflicht-Fall vor und legte bereits Rechtsmittel bei einem von der Satzung des Deutschen Handballbundes (DHB) vorgesehenen Ad-hoc-Schiedsgericht ein.

Der Spieler des Bundesligisten Frisch Auf Göppingen war Ende August von der Anti-Doping-Kommission des DHB vom Vorwurf eines möglichen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen freigesprochen worden. Die Kammer berief sich auf die Einlassung des Sportlers, er habe das Klingeln des Kontrolleurs am 20. November 2013 nicht gehört. Damit läge kein Verschulden des Athleten vor.

Ein Kontrollversäumnis am 20. November 2013 wäre das insgesamt dritte Meldepflicht- und Kontrollversäumnis (Strike) des Nationalspielers innerhalb von 18 Monaten gewesen. Dies stellt gemäß Nada-Code einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen dar und hätte eine Sanktion nach sich gezogen.

Der DHB hob in einer Mitteilung hervor, dass man der Aussage des als Zeugen zur Verhandlung geladenen Nada-Kontrolleurs „entscheidende Bedeutung“ beigemessen habe, dass „ein Klingeln bei einem Kontrollversuch am 20. November 2013 nicht zu hören gewesen sei“. Kraus und dessen Lebensgefährtin hatten argumentiert, dass die Klingel in dem Neubau möglicherweise nicht funktionsfähig war. Die Nada sieht durch das Urteil ihr Kontrollsystem gefährdet. Jeder Athlet stehe in der Pflicht immer und überall erreichbar zu sein (Meldepflicht).