Interview

„Ich habe kein Problem mit Luhukay“

Peer Kluge wurde bei Hertha aussortiert, jetzt trifft er im Pokal auf seinen Ex-Verein

Er war Stammspieler in Herthas Aufstiegssaison 2012/13. Im vergangenen Bundesliga-Jahr kam er kaum zum Einsatz. Nach einem Arbeitsgerichtsprozess einigte sich Peer Kluge, 33, im Juni mit Hertha BSC auf einen Aufhebungsvertrag. Seither kickt Kluge für Drittligist Arminia Bielefeld.

Berliner Morgenpost:

Herr Kluge, was haben Sie gedacht, als Arminia Bielefeld im DFB-Pokal gegen Hertha BSC ausgelost wurde?

Peer Kluge:

Das kann jawohl nicht wahr sein. Fußball ist manchmal verrückt, das macht ihn so schön. Für mich ist das kein gewöhnliches Spiel.

Nach einer Saison als Führungsspieler wurden Sie in der vergangenen Spielzeit aussortiert und haben später dagegen geklagt. Nehmen Sie das mit in dieses Spiel?

Nein, überhaupt nicht. Das interessiert mich nicht mehr. Ich hatte eine schöne Zeit in Berlin, auch wenn es am Ende schwierig für mich wurde. Ich habe eine neue Aufgabe in Bielefeld und freue mich sehr auf dieses Spiel. Für uns als Drittligist ist das Spiel gegen Hertha ein absolutes Highlight.

Nach Ihrem Wechsel läuft es noch nicht so gut. Sie spielen bisher nicht regelmäßig.

Ich hatte ein paar Verletzungen, habe mich wieder rangekämpft und wurde erneut von einer Verletzung zurückgeworfen. Bisher war es nicht zufriedenstellend. Aber seit mehr als einer Woche stehe ich wieder im Mannschaftstraining und habe zuletzt gegen Erfurt wieder ein paar Minuten gespielt. Es geht aufwärts. Für uns als Mannschaft ist es bisher sehr gut gelaufen. Wir sind Tabellen-Erster.

Haben Sie schon ein Signal von Trainer Norbert Meier bekommen, ob Sie spielen?

Nein, bis jetzt nicht. Ich bin aber zuversichtlich.

Werden Sie nach Stärken und Schwächen von Hertha BSC gefragt?

Ja, ein paar von meinen Mitspielern haben gefragt, und ich habe Tipps gegeben. Ich habe gesagt, dass Hertha sehr stark beim Umschalten von Abwehr auf Angriff ist und wir aufpassen müssen.

Was erwartet Hertha in Bielefeld?

Wir werden einen großen Kampf bieten. Wir sind zu Hause sehr stabil, haben sechs von acht Heimspielen gewonnen. Sicher, die Wahrscheinlichkeit, dass wir eine Runde weiterkommen, ist gering. Aber die Chance besteht, die wollen wir nutzen.

Was hat Sie zum Wechsel zu Arminia Bielefeld in die Dritte Liga bewogen?

Es gab andere Angebote. Ich hätte in die Zweite Liga gehen können. Aber bei Arminia hat sich alles richtig angefühlt. Obwohl der Klub unter dramatischen Umständen abgestiegen ist (in der Relegation gegen Darmstadt/Anm. d.Red.), habe ich Euphorie und Lust gespürt. An der Zusammenstellung des Kaders erkennt man, dass der Klub einiges vor hat. Das gilt auch für mich.

Sie werden im nächsten Monat 34. Was kommt jetzt noch?

Ich will hier erfolgreich arbeiten, wie ich es immer in meiner Karriere habe. Ich habe einen Vertrag bis 2016, und ich will mithelfen, Bielefeld wieder nach oben zu bringen. Was danach kommt, weiß ich noch nicht.

Bleiben Sie im Fußball ?

Absolut. Es gibt viele Ideen, aber noch nichts Konkretes. Manager zu sein, könnte ich mir zwar nicht vorstellen, aber vielleicht meinen Trainerschein zu machen.

Auch Christian Müller hat eine Berliner Vergangenheit. Als Mittelfeldspieler hat er in elf Spielen sechs Tore erzielt. Ist das einer, auf den Sie am Dienstag hoffen?

Man sieht bei ihm, dass er schon Bundesliga gespielt hat. Er hat einen guten Lauf. Er kann Hertha sicher wehtun.

Wird es für Sie komisch sein, nun gegen die alten Kollegen und gegen einen Trainer anzutreten, der Sie nicht mehr wollte?

Nein, ich stehe noch mit vielen Spielern von Hertha im Kontakt. Auch mit Jos Luhukay habe ich kein Problem. Ich freue mich auf dieses Spiel. Das wird eine riesige Herausforderung.