Zweite Liga

Unions Erfolg in Aalen ist auch ein Erfolg für Düwel

Zweiter Sieg in Folge hat für die Köpenicker Signalwirkung

Das Auslaufen in den frühen Morgenstunden des Sonnabends im Anschluss an die nächtliche Heimfahrt Bus nahmen die Profis des 1. FC Union ohne Zweifel gern in Kauf. Das freie Wochenende, das nach dem 2:1 in Aalen wartete, machte selbst nach der rund sechsstündigen Bustour die müdesten Beine noch einmal munter. Das Fahrwasser, in dem sich der Berliner Fußball-Zweitligist befindet, wird nach sechs Punkten am Stück ruhiger. Und auch wenn es vermessen ist, nach zwei Erfogen von einer Siegesserie zu sprechen, „ein Signal ist das schon“, wie es Mittelfeldspieler Maximilian Thiel treffend umschrieb.

Ein Signal für die Mannschaft, dass man nach einem völlig verpatzten ersten Saisondrittel begriffen hat, worauf es ankommt, um im Bundesliga-Unterhaus erfolgreich sein zu können. Ein Signal an die Klubführung, dass man sich entgegen des branchenüblichen Reflexes bei einer Talfahrt nicht automatisch eines neuen Trainers bedient hat. Und ein Signal an Coach Norbert Düwel selbst, dass seine Experimentierphase in Sachen Startelf nun vielleicht beendet ist. Immer wieder hatte sich der 46-Jährige für eine andere Formation entschieden, hatte Spieler und Spielsysteme gewechselt. Akteure, die er eben noch hoch gelobt hatte, fanden sich oft im nächsten oder übernächsten Spiel auf der Bank oder gar der Tribüne wieder. Und keineswegs trugen immer Verletzungen oder Sperren Schuld an dieser Rotation.

In Aalen war zu erkennen, dass sich eine Elf herauskristallisiert, die sich nicht nur mit technischen Mitteln ein Übergewicht erspielen kann, sondern sich auch mit großem Einsatz zu wehren weiß. „Fußballerisch haben wir in der ersten Hälfte eine sehr gute Leistung abgeliefert. In den zweiten 45 Minuten waren wir spielerisch nicht mehr ganz so überzeugend. Dafür waren wir kämpferisch bärenstark“, fasste Düwel seinen dritten Sieg mit Union zusammen.

Zugleich bestätigte der Auftritt in Aalen, dass Düwel in der Lage ist, dem Team mit taktischen Maßnahmen zu helfen. Nach dem Rückstand löste er die Viererabwehr zugunsten eines zusätzlichen Offensivmannes (Martin Kobylanski für Michael Parensen) auf und stellte auf Dreierkette um. Und als die Wende geschafft war, wurde in der Schlussphase mit Björn Kopplin für Stürmer Sören Brandy wieder mit vier Mann hinten abgesichert.

Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass Düwel zunächst auf Damir Kreilach verzichtete und im Mittelfeld statt des Kapitäns den gerade erst 20 Jahre alt gewordenen Eroll Zejnullahu in dieser für Union schwierigen Situation in die Pflicht nahm. Das zeugt von Mut, der schließlich belohnt wurde. Insofern ist der Sieg in Aalen nicht zuletzt auch ein Sieg für Trainer Norbert Düwel.