Wintersport

Eine Träne im Auge

Rebensburg startet trotz eines Patzers mit Rang sechs in den Weltcup

Viktoria Rebensburg riss jubelnd die rechte Faust in die Höhe, danach lächelte sie in die Kameras: Zu einem Platz auf dem Siegertreppchen reichte es am Ende nicht, doch mit Rang sechs im Riesenslalom beim Weltcup-Auftakt im österreichischen Sölden war die Olympiasiegerin von 2010 und Olympiadritte von 2014 trotzdem einigermaßen zufrieden. „Ich bin auf alle Fälle auf einem guten Weg, auch wenn es schon noch einiges zu verbessern gibt“, sagte sie: „Es wäre mehr drin gewesen, ich habe schon eine Träne im Auge. Aber ich gehe mit einem positiven Gefühl in die nächsten Wochen.“

Der erste Lauf war Rebensburg misslungen. „Viel zu passiv“, bemängelte der neue DSV-Damen-Cheftrainer Markus Anwander, sei sie da gefahren. Im Finale fuhr sie dann mit drittbester Laufzeit von Rang zwölf nach vorn. „Der erste Lauf war nicht so gut, aber im zweiten habe ich gezeigt, was ich kann“, betonte die 25-Jährige. Im ersten Weltcup-Rennen nach dem Rücktritt der dreimaligen Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch setzten in Sölden zwei weitere „Golden Girls“ von Sotschi ein erstes Ausrufezeichen: Mikaela Shiffrin (USA), Olympiasiegerin im Slalom, und Anna Fenninger (Österreich), Olympiasiegerin im Super-G, belegten zeitgleich (2:39,85 Minuten) Rang eins. Die drittplatzierte Eva-Maria Brem (Österreich) lag 0,27 Sekunden zurück. Zu einem Platz auf dem Podest fehlten Rebensburg gerade einmal 0,31 Sekunden.

„Spannender kann es nicht sein. Cool“, sagte Rebensburg über die beiden Siegerinnen, die ihren Schwung aus der vergangenen Saison offensichtlich in die neue herübergerettet haben. Für Shiffrin war es nach neun Weltcup-Siegen im Slalom der erste im Riesenslalom. Gesamtweltcupsiegerin Fenninger, in Sotschi nach dem klaren Triumph im Super-G (vor Höfl-Riesch) auch Olympiazweite im Riesenslalom, war es bereits der fünfte erste Platz in Serie im Weltcup in dieser Disziplin. Dies war zuletzt Anja Pärson aus Schweden gelungen.

DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier sah den Weltcup-Auftakt durchaus kritisch. Ziel sei es gewesen, mit zwei Läuferinnen ins Finale zu kommen, sagte er. Mit Rebensburg und Veronique Hronek (Unterwössen) – Rang 25 in Lauf eins – wurde das Soll erfüllt. „Aber“, betonte Maier mit Blick auf Rebensburg, „so einen ersten Lauf kannst du dir nicht erlauben, wenn du aufs Podest willst.“