Eishockey

Talbot sichert Eisbären den Sieg in der Verlängerung

Neuer Stürmer Noebels mit eher unauffälligem Debüt

Das war ein echter Charaktertest für die Eisbären. Trotz großer Überlegenheit gegen die Kölner Haie waren die Berliner lange einem Rückstand hinterher gerannt, doch am Ende gewannen sie völlig verdient mit 3:2 (0:2, 0:0, 2:0) nach Verlängerung. „Wir haben immer daran geglaubt, dass wir das Spiel noch drehen“, freute sich EHC-Trainer Jeff Tomlinson. Denn nach zuletzt zwei Niederlagen galt es, einen Abwärtstrend zu verhindern.

Ähnliches hatte sich auch der Gegner vorgenommen. Doch nach der Entlassung von Star-Trainer Uwe Krupp kassierte dessen Nachfolger Niklas Sundblad nun auch schon die dritte Niederlage in Folge. Die Eisbären dagegen waren trotz langer Verletzungsliste mit dem Wissen angereist, sich durch die Verpflichtung von Nationalstürmer Marcel Noebels verbessert zu haben. Nach fast fünf Jahren in Nordamerika ließ Tomlinson den 22-Jährigen sofort auch in Über- und Unterzahl aufs Eis, trotz erwartbarer Anpassungsprobleme. In Unterzahl ließ Noebels seinen Gegenspieler Jamie Johnson zu sehr gewähren, sodass dieser das 0:1 durch Mike Iggulden auflegen konnte (10. Minute).

Da auch Sven Ziegler und Antti Miettinen im eigenen Drittel nicht genug Körpereinsatz walten ließen, konnte Chris Minard auf 2:0 (17.) erhöhen. Als sich Noebels kurz vor der Drittelpause auch noch seine erste Strafe einhandelte, war die Laune dahin. „Ich bin mehr oder weniger stolz, das Eisbären-Trikot zu tragen“, erklärte Noebels am TV-Mikrofon trotzig: „Wir waren die bessere Mannschaft, doch durch unnötige Strafen kippt so ein Spiel.“

Der Ärger war berechtigt, denn im Rest des Spiels beherrschten die Eisbären das Geschehen durchweg noch klarer, doch auch beste Chancen landeten nur an Pfosten oder Latte. Zwischendurch musste EHC-Torwart Petri Vehanen nur einen Penalty von Mirko Lüdemann (nach Foul von Julian Talbot) entschärfen (29.).

Hoffnung kam erst auf, als Petr Pohl einen Schuss aus der Drehung zum 1:2 versenkte (45.) – schon der fünfte Saisontreffer des Tschechen. Die Eisbären drückten nun auf den Ausgleich, drei Minuten vor Ende schlug dann ein Schlagschuss von Verteidiger Frank Hördler im Haie-Kasten ein. In der fälligen Verlängerung machte dann Julian Talbot (63.) den Berliner Sieg perfekt. Und EHC-Kapitän André Rankel jubelte mit dem neuen Kollegen Noebels: „Ich bin froh, dass Marcel da ist. Jetzt bin ich nicht mehr der einzige deutsche Nationalstürmer bei den Eisbären.“ Denn mehr Stürmertore braucht es schon, will man wieder ganz oben mitspielen.