Bundesliga

Füchse Berlin nach „desolater Leistung“ endgültig in der Krise

Handballer spielen gegen Aufsteiger Erlangen nur 26:26

Dabei hatte es im Vorfeld doch so viele Versprechungen gegeben: „Wir werden volle Pulle kämpfen“, hatte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson erklärt. „Die Mannschaft muss ein deutliches Zeichen setzen“, hatte Geschäftsführer Bob Hanning gefordert. Der Saisonfehlstart mit 8:8 Punkten nach acht Spielen, zuletzt die 27:38-Klatsche gegen Kiel – das war, trotz der Verletzungsprobleme, nicht der Anspruch des Berliner Handballklubs.

Doch es geht noch schlimmer. Die Bundesliga-Partie am Dienstagabend gegen Aufsteiger HC Erlangen sollte ja eigentlich die Wende zum Besseren einleiten, aber das Gegenteil war der Fall: Das 26:26 (16:12) vor 5.977 Zuschauern in der Schmeling-Halle gegen den Aufsteiger hat die Füchse nun vollends in eine Krise schlittern lassen. Sie liegen nun mit 9:9 Punkten im Niemandsland der Tabelle. Und Sigurdsson stellte ganz klar fest: „Wir stehen dort zu Recht.“

Während sich Sigurdssons Trainerkollege Frank Bergemann freute („Wir haben den Punkt verdient“), war bei den Füchsen Ratlosigkeit zu spüren. „So ein Spiel muss man gewinnen“, sagte Torhüter Petr Stochl. Hanning hob vor allem auf die zweite Hälfte ab: „Nach der Halbzeit haben wir eine desolate Leistung gezeigt. Das geht gar nicht.“

Die Berliner taten sich bereits anfangs schwer gegen die hart zur Sache gehenden Gäste. In der Offensive klappte es zwar ganz gut, Konstantin Igropulo (5 Tore) traf verlässlich, aber immer wieder fand der Aufsteiger Lücken in der Füchse-Abwehr. Im Berliner Tor stand diesmal zu Beginn Petr Stochl (sein Bruder Jan kam nach 20 Minuten ins HC-Gehäuse), der mit starken Paraden dafür sorgte, dass sich die Füchse langsam etwas frei spielen konnten. Nach dem 7:7 (15. Minute) setzten sie sich, vor allem durch Tore von Petar Nenadic (7 Tore), langsam ab.

„Da hat die Mannschaft doch gezeigt, wie es geht“, meinte Hanning mit Blick auf den ersten Durchgang. „Keine Ahnung“, meinte Petr Stochl auf die Frage, wie es kommen konnte, dass sein Team in den zweiten 30 Minuten so schwach agierte. Zur Pause waren es nämlich immerhin vier Treffer Differenz (16:12) zugunsten des Pokalsiegers gewesen.

Aber wirklich Sicherheit gab das nicht. Die Spieler aus Erlangen holten Treffer um Treffer auf und glichen zum 19:19 (42.) aus. Berlin war oft zu fahrig in der Offensive und zu nachlässig in der Defensive. Und es war immer wieder das gleiche Mittel, Spiel über den Kreis, mit dem Erlangen die Berliner austrickste.

100 Sekunden vor Ende glichen die Gäste, bezeichnenderweise nach einem Füchse-Fehlpass, zum 26:26 aus. Am Ende hatten die Berliner sogar noch Glück, dass vier Sekunden vor Schluss ein Wurf des HC Erlangen nur an den Pfosten ging. Doch es war für die Füchse auch so schlimm genug.