Eishockey

Meister Ingolstadt zu bissig für die Eisbären

Berliner kassieren zweite Heimniederlage der Saison

Spätestens zur Mitte des zweiten Drittels muss Jeff Tomlinson klar geworden sein, dass er Recht hat. Eine schöne Erkenntnis war das in diesem Fall jedoch nicht. Der Trainer des EHC Eisbären hatte nämlich gewarnt, dass der Gegner aus Ingolstadt nach seiner herben Klatsche am Spieltag zuvor, ein 1:9 in Nürnberg, extrem motiviert auftreten würde in Berlin. Das sah dann phasenweise so aus, als bekämen die Eisbären leichte Orientierungsprobleme. Die zweite Heimniederlage der Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) konnten sie so nicht verhindern. Mit 2:5 (0:1, 2:3, 0:1) unterlagen die Berliner vor 12.060 Zuschauern in der O2 World dem Titelverteidiger.

Anfälligkeiten in der Defensive

Oberflächlich betrachtet schien das Problem von fünf verletzt fehlenden Spielern die Berliner kaum zu stören. Mit viel Feuer fegten die mit Nachwuchsakteuren aufgefüllten Eisbären nach vorn. Davon ließen sich die Gäste aus Oberbayern jedoch nicht einschüchtern. Sie machten munter mit, fuhren ihre Angriffe ebenfalls mit viel Schwung. Beide Teams zeigten dabei Anfälligkeiten in der Defensive, die zunächst aber nicht ins Gewicht fielen.

Grund dafür waren Ungenauigkeiten der Angreifer, die Berliner etwa standen meist schlecht für Nachschüsse, so dass Chancen verpasst wurden, nachdem Torhüter Timo Pielmeier zunächst abgewehrt hatte. Bei den Eisbären fing derweil Goalie Petri Vehanen viel weg, bis Jared Ross verdeckt aus der Drehung abzog. Da waren die Berliner mit den Köpfen wohl schon in der Kabine, denn der Treffer fiel zwei Zehntelsekunden vor dem Ende des ersten Drittels.

Wahrscheinlich waren sie dort auch noch, als das zweite Drittel anfing. Nur 20 Sekunden nach Wiederbeginn erhöhte Jeffrey Szwez auf 2:0 für den Meister. Vor allem mit Aktionismus versuchten die Eisbären, das zu korrigieren. Denn das sehr hohe Tempo und die körperlich intensive Gangart der Gäste ließen die Berliner immer überhasteter werden. Zwar konnte Darin Olver mit etwas Glück den Anschluss erzielen (25.), doch unmittelbar danach stellte John Laliberte den alten Abstand wieder her (26.).

Das steigerte die Nervosität der Eisbären zusätzlich. Überzahlphasen verstrichen ungenutzt, weil sich in die hektischen Aktionen noch viel Puckpech mischte. Die Scheibe sprang selten günstig für den EHC, der trotzdem auf genügend gute Schüsse kam. Doch Torhüter Pielmeier hielt überragend. Erst als Brandon Buck den vierten Ingolstädter Treffer erzielt hatte (33.), ließ auch Pielmeier einen Schuss von André Rankel passieren (37.). Szwez traf allerdings noch zum 5:2 für die Gäste (44.). Mehr erfahrene Spieler und damit mehr Ruhe hätten den Eisbären gut getan in dieser Partie.