2. Fußball-Bundesliga

Unions Zingler: „Düwel muss zeigen, dass er Abstiegskampf kann“

Die Situation beim 1. FC Union Berlin spitzt sich zu.

Nach dem 0:3 gegen St. Pauli am vergangenen Wochenende ist der Berliner Zweitligist mit nur sieben Punkten aus neun Spielen ans Tabellenende gerutscht. Die Stimmung nach der Partie schlug nicht nur bei den eigenen Anhängern um. Vor allem Trainer Nobert Düwel steht in der Kritik. Intern wurde bereits diskutiert, ob der Verein mit dem erst im Sommer verpflichteten 46-Jährigen weiterarbeiten könne, oder ihn noch in dieser Länderspielpause entlassen müsse, um sofort einen Neuanfang zu wagen.

Zunächst äußerte sich die Vereinsspitze nicht öffentlich dazu. Nun aber meldet sich Unions Präsident Dirk Zingler erstmals zu Wort. In einem Interview mit dem Berliner Kurier (Mittwoch-Ausgabe) schlägt Zingler Alarm: „Ich sehe, dass wir seit Ende vergangenen Jahres und ganz besonders im Jahr 2014 wie ein Absteiger spielen. Das muss man in aller Deutlichkeit so benennen. Weil diese saisonübergreifende Situation das wirkliche Problem ist. Wer aber wie ein Absteiger spielt und diesen Trend nicht stoppen kann, der wird auch absteigen“, sagte Zingler. Bei Düwel, so Zingler, müsse er sich „fast entschuldigen“, weil dieser im Sommer unter einem anderen Anforderungsprofil zum Klub geholt wurde. Zwar sei man mit den Ergebnissen, die Düwel erzielt habe, nicht zufrieden und dieser habe bisher den Abwärtstrend auch nicht stoppen können, „aber die Erkenntnis ist, dass es sich um ein Problem handelt, das sich länger und schleichend entwickelt hat“, so Zingler.

Zingler fand klare Worte: Für Union gehe es in dieser Saison nur um eines: „Mit aller Gewalt Klassenerhalt.“ Dass der Verein auch ein strukturelles Problem habe, indem er Düwel keinen echten Manager zur Seite stellte, wollte der Präsident nicht gelten lassen: „Wir haben genug Kompetenz im Verein, in allen relevanten Bereichen. Wir brauchen, Stand jetzt, keinen neuen Posten, sondern einen realen Blick auf die Situation“, sagte Zingler.

Von Düwel aber forderte der Präsident: „Der Trainer muss jetzt zeigen, dass er dieses neue Anforderungsprofil erfüllt, dass er Abstiegskampf kann.“ Für Norbert Düwel und Union werden es nun entscheidende Wochen.