Formel 1

Warum fordert Ecclestone externe Unfall-Ermittler?

Videos vom Bianchi-Crash im Internet werden gesperrt

Das Warten auf eine positive Nachricht zum Gesundheitszustand des am Sonntag in Japan schwer verunglückten 25-jährigen Franzosen Jules Bianchi ist bislang vergeblich geblieben. „Kritisch, aber stabil“, lautet die Botschaft. Nach Gesprächen mit dem französischen Neuro-Chirurgen Gerard Saillant steht fest: Bianchi erlitt eine „diffus axonale Schädel-Verletzung“. Saillant, 69, war einer der Spezialisten, die Rekord-Weltmeister Michael Schumacher nach dessen Ski-Unfall am 29. Dezember 2013 in Meribel behandelt hatten. Bianchis Vater Philippe bedankte sich für die vielen guten Wünsche der Fans im Mie General Krankenhaus.

Neben der medizinischen Komponente beschäftigt die technische den Weltverband Fia. Mit einem überraschenden Auftakt. Denn Formel-1-Chef Bernie Ecclestone fordert neben der obligatorischen Untersuchung durch die Fia auch eine solche durch unabhängige, externe Experten. In der Zeitung „The Times“ betonte der 83 Jahre alte Brite, der nicht in Suzuka anwesend war, dass man in den vergangenen Jahren so viel für die Sicherheit getan habe. Vor allem nach dem grausamen Wochenende 1994, als der Brasilianer Ayrton Senna und Roland Ratzenberger (Österreich) beim Großen Preis von San Marino in Imola ums Leben gekommen waren, hatte die Formel 1 die Anforderungen drastisch erhöht. „Ich habe immer gesagt, wenn ich mal einen Unfall haben sollte, soll es in einem Formel-1-Auto passieren, weil sie die sichersten in der Welt sind“, wird Bernie Ecclestone zitiert.

Die beim Japan-Grand-Prix eingesetzten Streckenposten haben nach bisherigen Foto- und Videonachweisen (letztere wurden bei YouTube gesperrt) wohl vorschriftsmäßig gehandelt. Der gesamte Streckenabschnitt vor und in Kurve 7 war nach dem vorangegangenen Ausrutscher des Deutschen Adrian Sutil sowohl von geschwenkten gelben Flaggen als auch von gelben Blinklichtern gesäumt. Auch die grüne Flagge, an Posten zwölf, die von einigen Beobachtern voreilig kritisiert wurde, wurde an der korrekten Stelle gezeigt: nämlich von einem Streckenposten-Hochstand, der rund 15 bis 20 Meter hinter der Unfallstelle liegt.

Kurz nach dem Bianchi-Unfall kam von Sicherheitschef Charlie Whiting das sogenannte „Full Course Yellow“-Kommando, bei dem nicht mehr nur die betroffenen Streckenposten Gelb schwenken, sondern entlang der ganzen Strecke alle.