Remis

Raffael vergibt Mönchengladbachs Sieg gegen Mainz kurz vor Schluss

Lucien Favre kriegte sich gar nicht mehr ein. Diese große Chance, nur zwei Minuten vor Schluss.

Und dann vergibt Raffael aus fünf Metern freistehend den Siegtreffer für Borussia Mönchengladbach. Ihr Trainer schüttelte den Kopf, denn so blieb es beim 1:1 (1:1) gegen den FSV Mainz. „Ich dachte erst, es wäre abseits. Daher war ich etwas überrascht“, erklärte Raffael sein Versagen vor dem Tor, „schade, wir hätten den Sieg verdient gehabt.“ Damit verpasste es die Borussia, bis auf zwei Zähler an Tabellenführer Bayern München heranzurücken.

Nationalspieler Max Kruse brachte die Gastgeber früh in Führung (15.), noch vor der Pause gelang BVB-Leihgabe Jonas Hofmann per Handelfmeter der Ausgleich (31.). Drei Tage nach dem Europa-League-Spiel in Zürich (1:1) zeigten die Gladbacher zunächst keine Ermüdungserscheinungen, was wohl auch daran lag, dass Favre seine Mannschaft auf fünf Positionen veränderte. Die Rückkehr des Brasilianers Raffael, der wie Weltmeister Christoph Kramer und Fabian Johnson auf eine Reise in die Schweiz wegen einer kleineren Blessur verzichtet hatte, wirkte sich in der Anfangsphase belebend aus.

Raffael war es auch, der den Führungstreffer einleitete, als er Ausgangspunkt einer sehenswerten Kombination über Patrick Herrmann, Johnson und Torschütze Kruse war. Für Stürmer Kruse, der von Bundestrainer Joachim Löw nach einem Jahr Abstinenz wieder für die nächsten beiden Länderspiele gegen Polen und Irland berücksichtigt wurde, war es das dritte Saisontor.

Die Mainzer fanden erst zurück ins Spiel, nachdem Julian Korb ein Handspiel an der Strafraumgrenze unterlief. Den Strafstoß verwandelte Hofmann sicher. Am Ende kamen die Gladbacher dem Siegtreffer deutlich näher als die Mainzer: Erst lief der eingewechselte Thorgan Hazard allein auf Loris Karius zu, scheiterte aber am Torhüter (85.). Dann kam Raffael (88.), vergab die große Gelegenheit und ließ Favre verzweifeln.