WM in Italien

Volleyballerinnen gewinnen ihr letztes WM-Spiel

Trotzdem lässt Bundestrainer Guidetti seine Zukunft offen

Auf der Zielgeraden der Volleyball-WM in Italien spielte für Bundestrainer Giovanni Guidetti die Abschlussplatzierung nur noch eine Nebenrolle. Nach der Entzauberung des EM-Zweiten ging es für den leidenschaftlichen 42-Jährigen vielmehr um weitere Lebenszeichen des an den Medaillenambitionen gescheiterten Teams. „Ob Siebter, Achter oder Neunter, die Platzierung ist nicht interessant für mich“, betonte Guidetti. Am Ende schaffte das deutsche Team einen versöhnlichen Abschluss und belegte nach dem 3:0 gegen Aserbaidschan Platz neun. 2010 waren die diesmal DVV-Frauen noch Siebte geworden. Der überzeugende vierte Sieg im neunten WM-Spiel bescherte ihnen nun noch einmal wichtige Weltranglistenpunkte, ehe sich der deutsche Tross am Sonntagabend zu einem Essen traf.

Interessant sind für Guidetti: Leidenschaft, Aggressivität, Moral und Zusammenhalt. Viel zu oft hatten die deutschen Spielerinnen während ihrer Italien-Reise die eine oder andere Komponente vermissen lassen. Da kam vor allem der Erfolg am Sonnabend gegen den Weltranglisten-17. Belgien nach zuvor vier Niederlagen in Serie fast schon einer Erlösung gleich.

„Die Mannschaft lebt, sie ist nicht tot. Sie hat aber zu viele Probleme“, stand für Guidetti schon nach dem endgültigen WM-K.o. am Donnerstag gegen Japan fest. In den Tagen zuvor hatte der Italiener Zweifel geäußert, ob er die Mannschaft mit seinem Medaillenziel überfordert habe, ob er sie noch erreiche, ob er ihr weiter Impulse verleihen könne. Seine Zukunft als Bundestrainer ließ der Erfolgscoach von Vakifbank Istanbul offen.

Der Rückhalt aus dem Team ist ihm sicher. „Die Mannschaft und ich stehen zu 100 Prozent hinter Giovanni, der uns in den vergangenen Jahren unglaublich weit nach vorne gebracht hat“, erklärte Kapitänin Margareta Kozuch. „Trotz allem müssen wir aber ehrlich sein und sagen, dass wir unsere gesteckten Ziele nicht erreicht haben.“