Champions League

Feueralarm und Geisterspiel für die Bayern in Moskau

Ein Feueralarm kurz vor der Geisterstunde und ein Geisterspiel statt einer schönen Ballnacht.

Für Bayern München hätte es vor der Begegnung in der Champions League am Dienstag bei ZSKA Moskau (18 Uhr/Sky) ein bisschen weniger Aufregung auch getan. So aber kommt es zu einem Spiel, wie es die Münchner in den fast 52 Jahren, in denen sie an europäischen Wettbewerben teilnehmen, noch nicht erlebt haben.

Der Feueralarm, der den deutschen Fußball-Rekordmeister in der Nacht zum Montag in seinem luxuriösen Hotel direkt am Roten Platz aufschreckte, war dabei noch das geringste Problem. „Das war wie früher in der Schule bei einem Feueralarm, dass man schnell die Klassenzimmer verlässt und sich auf dem Schulhof trifft“, sagte Torhüter Manuel Neuer mit einem Grinsen. Nach knapp zwei Stunden war die Aufregung vorüber.

Weit unangenehmer ist der Umstand, dass der FC Bayern sein 414. Spiel in einem europäischen Wettbewerb erstmals vor leeren Zuschauerrängen austragen muss. ZSKA, der russische Meister, ist wegen wiederholter rassistischer Ausfälle seiner Anhänger von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) dazu verdonnert worden – und die Münchner müssen es mit ausbaden. „Das ist eine komische Situation“, sagt Sportvorstand Matthias Sammer. „Ich habe das noch nie erlebt“, erzählt Coach Pep Guardiola, „und ich hoffe, das ist das letzte Mal.“ Arjen Robben malt sich aus: „Das sieht aus wie ein Trainingsspiel.“ Genau darin liegt die Tücke, doch dessen sind sich die Bayern bewusst. „Wir wissen auch, dass es kein Trainingsspiel ist, sondern ein Champions-League-Spiel“, sagt Neuer. Darauf legte auch Sammer wert. „Das wird eine heiße Partie – zwar nicht von außen, aber auf dem Platz“, warnt er.