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Deutschland und die EM, die es gar nicht mehr will

So richtig groß ist die Sehnsucht nach dem EM-Finale 2020 im eigenen Land beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) schon länger nicht mehr.

Für die erste pan-europäische Europameisterschaft bewirbt sich der DFB zwar vorerst weiter, München kandidiert für das Premium-Paket mit den beiden Halbfinals und dem Endspiel. Doch viel lieber möchten die Macher um den DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach vier Jahre später das komplette Turnier in Deutschland veranstalten.

„Unser größter Wunsch ist, die gesamte EM 2024 auszurichten“, machte Niersbach in den vergangenen Tagen deutlich. Bis Uefa-Boss Michael Platini heute in Genf das Geheimnis der 13 Ausrichterländer inklusive des Finalorts der EM 2020 lüftet, ist Niersbach deshalb vor allem als Strippenzieher gefragt. Es gilt, den Engländern, mit Londons Wembley-Stadion der einzige Mitbewerber um das Endspiel 2020, die Zusage abzuringen, kein Interesse an der Komplett-EM 2024 zu zeigen – und stattdessen vier Jahre zuvor für eine Woche zum Nabel der europäischen Fußball-Welt zu werden. Es könne „im Sinne der Einvernehmlichkeit eine Option sein, eine Kampfabstimmung über die Finalserie zwischen London und München im Exekutivkomitee zu vermeiden“, wurde Niersbach jüngst auf der verbandseigenen Internetseite zitiert.