Bundesliga

Hertha-Fans protestieren gegen Spielansetzungen

Für die Fans von Hertha BSC werden die kommenden zehn Tage unangenehm.

Eine feine Sache ist zwar, dass sie den Berliner Bundesligisten gleich drei Mal zu sehen bekommen. Hertha spielt am Freitag gegen Freiburg, am Mittwoch gegen Wolfsburg und nur vier Tage später am Sonntag gegen Augsburg. Doch für diejenigen, die ihren Klub auch bei Auswärtsspielen unterstützen möchten, wird diese englische Woche eine Belastung.

Zunächst steht eine Auswärtsfahrt in den Breisgau an. 812 Kilometer liegen zwischen Berlin und Freiburg. Keine Begegnung in der Liga erfordert eine längere Anreise. Dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) diese Partie ausgerechnet am Freitagabend (20.30 Uhr) angesetzt hat, erzürnt viele Hertha-Anhänger. „Für uns ist das nicht zumutbar“, sagt Steffen Toll, der Vorsitzende des Förderkreis Ostkurve e.V. Toll vertritt die aktive Fanszene. Für die Anreise nach Freiburg müssen sich die Anhänger den Freitag freinehmen, nach dem Spiel zurück kommen sie noch in der Nacht nur, wenn sie mit PKW fahren. Und weil eine Woche später am Sonntag (15.30 Uhr) erneut die Spieltagansetzung eine 600 Kilometer weite Auswärtsreise nach Augsburg vorgesehen hat, protestierten die Berliner Anhänger am Sonnabend beim Spiel gegen Mainz mit Plakaten: „DFL: Ihr wollt Faninteressen berücksichtigen?“

Das Bündnis „Pro Fans“ hat Herthas Anhängern soeben den Negativpreis „Sam“ für September überreicht. Sam steht für „Spiel-Ansetzungs-Monster“ und soll auf „fanunfreundliche Anstoßzeiten“ hinweisen. Herthas Anhänger sind in diesem Monat besonders stark von weiten Auswärtsfahrten am Freitag und Sonntag betroffen. Das Erstellen des Spielplans durch die DFL unterliegt vielen Bedingungen: Die Partien der Bundesligisten im Europapokal zum Beispiel müssen berücksichtigt werden. Toll sagt aber: „Wir fordern, dass die Spiele mit weiten Anreisen nicht mehr freitags oder sonntags angesetzt werden.“ Gemeinsam mit „Pro Fans“ will der Förderkreis eine „300-Km-Regel“, nach der Freitags- und Sonntagsspiele nur noch zwischen Klubs angesetzt werden, die in jener Entfernung auseinander liegen. Dass diese Gehör finden wird, ist aber unwahrscheinlich.

Für Hertha BSC hat die Ansetzung am Freitag gegen Freiburg bereits negative Auswirkungen: Es werden weniger Fans mitreisen. „Die Nachfrage ist spürbar geringer“, sagt Toll.