Champions-League

Immobile bricht den Bann

Dank des Italieners startet Dortmund erfolgreich in die Champions League. Leverkusen verliert

Mit einer Glanzvorstellung und dem ersten Pflichtspieltor von Ciro Immobile ist Borussia Dortmund ein vielversprechender Auftakt in die neue Champions-League-Saison gelungen. Beim Stelldichein der Weltmeister im ersten Gruppenspiel feierten die von einer Verletzungsmisere gebeutelten Westfalen, die auf acht Akteure verzichten mussten, ein hochverdientes 2:0 (1:0) gegen den englischen Pokalsieger FC Arsenal.

Völlig unnötig hat hingegen Bayer Leverkusen die erste Pflichtspielniederlage der Saison kassiert. Vor den Augen des mit Schal und Fernglas ausgestatteten Edelfans Fürst Albert II. verlor die Werkself trotz klarster Chancen mit 0:1 (0:0) bei AS Monaco.

Der 18,5 Millionen Euro teure Zugang Immobile (45.) brachte den deutschen Vizemeister Dortmund unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff in Führung, bevor Pierre-Emerick Aubameyang (48.) gegen die Gunners mit den WM-Helden Mesut Özil und Per Mertesacker in der Startelf für die Vorentscheidung und den dritten Sieg im siebten Duell mit den Londonern sorgten. Mit Standing Ovations feierten die 65.851 Zuschauer die Dortmunder Gala und das Ende der Arsenal-Serie von zuvor 14 Pflichtspielen ohne Niederlage.

„Das war eine tolle Mannschaftsleistung und ein verdienter Sieg“, meinte der in der Pause wegen Adduktorenproblemen ausgewechselte Ex-Kapitän Sebastian Kehl: „Wir haben nahezu perfekt gespielt.“ Auch Trainer Jürgen Klopp war hochzufrieden: „Da waren einige Szenen dabei, die mir lange in Erinnerung bleiben werden, weil das der Fußball war, der mir vorschwebt.“ Vor dem Anpfiff hatte Klopp mit der Aufstellung für einige Überraschungen gesorgt. Shinji Kagawa, der nach seinem spektakulären Comeback am vergangenen Sonnabend mit Muskelproblemen zu kämpfen hatte, saß auf der Bank, ebenso wie Torschütze Adrian Ramos. Dafür kam Immobile zum Einsatz. Für den angeschlagenen Lukasz Piszczek kehrte Marcel Schmelzer nach vierwöchiger Verletzungspause in die Startformation zurück.

Arsenal kontert nur halbherzig

Die Gunners, bei denen Weltmeister Lukas Podolski zunächst 77 Minuten auf der Bank schmorte, konnten sich nach der Dortmunder Druckphase gleich zu Beginn nur sporadisch befreien. Arsenal wackelte, überstand aber die ersten Minuten schadlos. Großes Glück hatten die Londoner, als Torhüter Wojciech Szczesny gegen den freistehenden Pierre-Emerick Aubameyang (27.) klärte und anschließend der starke Henrich Mchitarjan einen Abpraller vom Arsenal-Keeper über das Tor schoss.

Zu diesem Zeitpunkt wäre die Dortmunder Führung hochverdient gewesen, weil sich die Gastgeber trotz der Umstellungen als gut funktionierende und engagierte Einheit präsentierten. Arsenal verlegte sich aufs Kontern und hatte durch Danny Welbeck die größte Chance der ersten Halbzeit. Wenig später ging der BVB dann doch noch in Führung: Immobile startete fast an der Mittellinie zu einem Solo und vollendete eiskalt. Nach dem Wiederanpfiff schloss der Gabuner Aubameyang ebenso kaltschäuzig einen Konter zum 2:0 ab und traf wenig später die Latte.

In Monaco erzielte der portugiesische Nationalspieler Joao Moutinho den Siegtreffer für die ansonsten schwachen Monegassen (61.). Angesichts des Spielverlaufs war es eine unnötige Niederlage, denn die Leverkusener waren in den ersten 45 Minuten die klar dominierende Mannschaft. Der Bundesliga-Spitzenreiter drängte den so schwach in die Saison gestarteten Klub aus dem Fürstentum meist in die eigene Hälfte zurück. Großes Manko war aber die Chancenverwertung.

Real Madrid zerlegt Basel

„Der Frustfaktor ist extrem hoch. Wir haben in der ersten Halbzeit ein richtig gutes Spiel gemacht. Wenn du aber die Tore nicht machst, darfst du dich nicht wundern, wenn du das Spiel verlierst. Wir haben drei, vier tausendprozentige Torchancen nicht genutzt. Das war schon am Wochenende gegen Bremen so. Das müssen wir schleunigst abstellen. Es ist einfach ärgerlich, wenn man soviel Aufwand betreibt. Der Gegner bleibt dadurch am Leben, es macht ihn stärker“, sagte Bayer-Nationalspieler Lars Bender.

Auch die beiden Finalisten der Vorsaison sind höchst unterschiedlich in die Königsklasse gestartet. Während Real 115 Tage nach dem Endspiel in Lissabon den FC Basel mit 5:1 (4:1) überrollte, verlor der Stadtrivale überraschend 2:3 (1:2) bei Olympiakos Piräus.

Real begann die Mission Titelverteidigung mit Weltmeister Toni Kroos in der Startelf äußerst stürmisch: Marek Suchy (14./Eigentor), Gareth Bale (30.), Cristiano Ronaldo (32.) und WM-Torschützenkönig James Rodriguez (36.) sorgten schon vor der Pause für klare Verhältnisse. Karim Benzema (79.) erzielte den Endstand, es war Reals 1000. Europapokaltor. Für Basel traf einzig Derlis Gonzalez (38.).