Basketball

Eine Mannschaft, die niemand auf der Welt stoppen kann

Selten hat ein US-Team die WM so dominiert wie diesmal

Kyrie Irving wusste nach dem Durchmarsch wie zu besten Dream-Team-Zeiten nicht so recht wohin mit seinen Emotionen. „Wir sind so stolz. Es ist großartig, dass ich das mit den Jungs geschafft habe, die wie meine Brüder sind“, sagte der wertvollste Spieler (MVP) der Basketball-Weltmeisterschaft. Der überragende Spielmacher feierte mit dem Team USA in Madrid ausgelassen den fünften WM-Titel – nach dem langweiligsten Finale seit 20 Jahren.

Wenn die Showtruppe der Harlem Globetrotters gegen die Washington Generals antritt, steht der Sieger vorher fest. Unterhaltsam sind die Spiele dennoch – im Palacio de los Deportes war es genauso. Die NBA-Stars zelebrierten gegen Serbien regelrecht ihren Basketball, der Gegner war beim 129:92 nur ein Sparringspartner. So läuft das auch bei den Globetrotters. Die Überlegenheit ist besonders bemerkenswert, weil die Amerikaner ohne viele ihrer NBA-Stars starteten. In Derrick Rose, Rudy Gay und Stephen Curry waren nur noch drei Spieler von 2010 dabei, Superstars wie LeBron James oder Carmelo Anthony hatten früh abgesagt, Kevin Durant unmittelbar vor dem Turnier. Dazu gab es reichlich Verletzte.

Seit 2006 kein Spiel verloren

Der prominenteste Ausfall der Vorbereitung war Paul George. Der 24-Jährige von den Indiana Pacers zog sich im Training einen Schien- und Wadenbeinbruch zu. Grund genug für Headcoach Mike Krzyzewski, direkt nach dem Finale an ihn zu denken. „Ich habe ihn gerade angerufen, um ihm zu sagen, dass er hier immer dabei war“, sagte er. Unter „Coach K“, wie der Trainer der Duke-Universität wegen seines komplizierten Nachnamens genannt wird, hat das Team USA seit 2006 kein Spiel verloren, 45 Mal gewonnen und alle vier großen Titel geholt. Neben den beiden WM-Goldmedaillen hatten sich die USA auch bei den Olympischen Spielen 2008 und 2012 durchgesetzt.

Es stellt sich die Frage, wer die Amerikaner in naher Zukunft stoppen soll. Der WM-Kader war sehr jung (Schnitt: 24 Jahre), viele Spieler sind Kandidaten für Rio de Janeiro 2016. Das Olympia-Ticket wurde mit dem WM-Titel gelöst. Die NBA gratulierte zur „Goldenen Nacht“, Krzyzewski hat überhaupt keine Sorgen. „Was diese Mannschaft getan hat, war etwas ganz Spezielles“, sagte der Trainer: „Wir hatten immer wieder dominante Phasen, auch in schwierigen Spielen. Heute hat die Phase 35 Minuten gedauert. Es war eine unglaubliche Vorstellung.“