Volleyball

Mit großen Schritten Richtung Medaille

Die deutschen Volleyballer haben bei der WM in Polen Losglück und kommen ihrem Traum immer näher

Am Tag nach dem souveränen Einzug in die dritte Runde der Weltmeisterschaft genossen die deutschen Volleyballer die Ruhe. Bei herrlichem Sommerwetter sammelten Georg Grozer und Co. in Kattowitz Kraft, um ihren Traum von einer Medaille in die Realität umzusetzen. Das beste WM-Ergebnis seit 1974 ist bereits sicher, nun soll am Dienstag (20.25 Uhr) gegen Frankreich zum Auftakt der letzten Gruppenphase der nächste Sieg her.

„Wir spielen hier eine super WM. Aber um es super-super-super zu machen, brauchen wir etwas um den Hals“, sagte Bundestrainer Vital Heynen – und meinte Edelmetall. Nach dem 3:0 (28:26, 25:22, 25:23) am späten Sonntagabend gegen Kanada wurde das Weiterkommen nur kurz bejubelt, danach richtete sich der Fokus sofort auf das nächste Match. „Einfach nur müde“ fühlte sich Heynen nach dem siebten Sieg im neunten Spiel in zwei Wochen in Polen: „Mental hat das ganz viel Kraft gekostet.“

Und so bekamen die Spieler bis zum Montagabend frei, erst dann stand eine Trainingseinheit an. „Man merkt schon, dass man nicht mehr so frisch ist wie am Anfang“, sagte Sebastian Schwarz. Doch die Chancen auf ein erneutes Weiterkommen seien gut. „Man kann sie beide schlagen, aber es ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe“, fand der Außenangreifer. Die Franzosen setzten sich in ihrem Zwischenrundenpool als Erster durch, der Iran gilt vor dem Spiel gegen das DVV-Team am Mittwoch (20.25 Uhr) als größte Überraschung des Turniers und ließ unter anderem Weltligasieger USA hinter sich. Von der Papierform her sind es allerdings die leichteren Gegner.

Immerhin drohten auch erneute Duelle mit Titelverteidiger Brasilien und Olympiasieger Russland, gegen die das deutsche Team die bislang einzigen Niederlagen kassiert hatte. Auch der starke Gastgeber Polen war noch in der Verlosung. Diese drei Mannschaften bilden nun jedoch die andere Gruppe.

„Frankreich und Iran haben bisher beeindruckende Leistungen gezeigt“, warnte Schwarz trotzdem. Das gilt allerdings auch für Deutschland. Vor dem Turnier hatte Heynen den Gewinn einer Medaille als Ziel ausgegeben, nun könnte es schon mit einem Sieg ins Halbfinale gehen. Die Mannschaft hat einen großen Schritt nach vorn gemacht. „Vielleicht sogar größer, als ich das vor dem Turnier erwartet habe“, sagte Heynen.

Aus der Dreiergruppe qualifizieren sich die beiden besten Teams für das Semifinale am Sonnabend in Kattowitz, einen Tag später findet das Endspiel vor 11.000 Zuschauern in der Spodek Arena statt. „Wir haben wieder einen Schritt auf dem Weg dorthin gemacht“, sagte Heynen: „Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft.“