Motorsport

Mercedes droht mit Entlassung

Formel 1: Rosberg und Hamilton dürfen keine Ausfälle riskieren

Mercedes-Motorsportchef Christian Wolff hat den Formel-1-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton im Fall weiterer Kollisionen offen mit Entlassung gedroht. „Wir müssten Entscheidungen treffen und als Konsequenz eine andere Fahrerpaarung haben“, sagte der Österreicher der BBC vor dem Großen Preis von Italien in Monza am Sonntag (14 Uhr). „Wenn wir nicht in der Lage sind, beide dazu zu bringen, dem Teamgeist von Mercedes zu folgen, dann müssen wir uns das eingestehen.“

Rosberg und Hamilton gerieten im Verlauf dieser Saison schon mehrfach aneinander. Zuletzt eskalierte der Streit zwischen den Titelfavoriten in Belgien. Der deutsche WM-Spitzenreiter (220 Punkte) schlitzte seinem britischen Teamrivalen (191) bei einem Überholmanöver in Spa-Francorchamps in der zweiten Runde einen Hinterreifen auf. Hamilton fiel dadurch aussichtslos zurück und gab kurz vor Rennende auf. Rosberg kam auf Rang zwei. Red-Bull-Rivale Daniel Ricciardo (156) liegt nach seinen beiden jüngsten Siegen als Gesamtdritter nur noch 64 Punkte hinter Rosberg.

Bei einem Krisengipfel am vergangenen Freitag hatte sich der Rennstall offiziell festgelegt, dass Rosberg in Belgien der Schuldige war, dieser musste eine Geldstrafe zahlen und sich sogar öffentlich entschuldigen.

Inzwischen sieht sich sogar Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull) berufen, seinem Landsmann verbalen Beistand zu liefern. Dessen Crash mit Hamilton habe „ausgesehen, wie ein ganz normaler Rennunfall, ich war ja direkt dahinter“, sagte Vettel. Absicht schloss Vettel aus. „Vielleicht bin ich nicht talentiert genug, aber ich könnte nicht absichtlich jemandem den Reifen mit meinem Frontflügel zerstören, so dass ich selbst weiterfahren kann. Ich fand es gut, dass die Fia (Internationaler Automobilverband – d.Red.) nicht eingegriffen hat. Es war dann lustig zu sehen, dass das Team in Sachen Strafe aktiv geworden ist“, so Vettel. Die Rennkommissare hatten den Vorfall als normalen Rennunfall gewertet und nicht weiter verfolgt.