DFB-Kader

Berliner Rüdiger gehört die Zukunft in Löws Abwehr

Der Bundestrainer vergleicht ihn schon mit Jerome Boateng

Begonnen hat alles in Neukölln. Beim VfB Sperber, wo der damals neun Jahre alte Antonio Rüdiger im Jahr 2000 spielte. Oder bei Tasmania, wo seine Ausbildung zum Fußballer zwei Jahre später weiterging. Rund zehn Jahre danach zählt der Sohn eines deutschen Vaters und einer Mutter aus Sierra Leone zu den großen Hoffnungsträgern, wenn es darum geht, im deutschen Nationalteam die Probleme auf den Außenpositionen in der Abwehr zu beseitigen. Der gebürtige Berliner ist ein Kandidat für die Startelf im ersten EM-Qualifikationsspiel am Sonntag in Dortmund gegen Schottland (20.45 Uhr, RTL).

Wie sehr Bundestrainer Joachim Löw auf den Profi setzt, zeigt folgende Aussage. Rüdiger sei „ein kleiner Boateng“, der nur noch ein wenig reifen müsse. Tatsächlich erinnert die Spielweise des 21-Jährigen, den es 2008 von Hertha Zehlendorf zu Borussia Dortmund und 2011 schließlich zum VfB Stuttgart zog, ein wenig an Jerome Boateng. Rüdiger hat ein gutes Auge für den Gegner und einen ähnlich dynamischen Antritt wie der Profi des FC Bayern. Der so Gelobte hat zudem klare Vorstellungen über seine Zukunft im Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB): „Es ist ganz klar mein Ziel, mich in diesem Kreis zu etablieren. Dafür werde ich sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft alles tun“, so der Abwehrmann.

Und die Chancen stehen nach den Rücktritten von Philipp Lahm und Per Mertesacker nicht so schlecht. Seine Nominierung für die Länderspiele gegen Argentinien (2:4) und Schottland betrachtet er „als großen Ansporn“. Wie groß dieser ist, zeigte er in seinem zweiten Länderspiel gegen die Argentinier. Seine Gegenspieler attackierte er früh, seine Zweikampfführung war entschlossen, ja sogar ins Offensivspiel schaltete sich der 1,90-Meter-Mann ein – ein durchaus verheißungsvoller Auftritt in nur 13 Minuten.

Sein Klubtrainer Armin Veh glaubt bereits daran, dass Rüdiger den Platz von Lahm auf der rechten Abwehrseite einnehmen kann. „Er bringt das Zeug mit, sich auf der Position von Lahm ins Team zu spielen. So wie Boateng. Der hat auch außen angefangen und ist dann in die Mitte gerutscht“, sagte der VfB-Coach.

Genug Spielpraxis in seinem Klub bekommt Rüdiger, seit 2012 absolvierte er 49 Bundesliga-Partien (zwei Tore) für die Stuttgarter. Seit 2010 ist er zudem fester Bestandteil in den Nachwuchsmannschaften des DFB, insgesamt bestritt er 32 Spiele. Sogar mit der Fritz-Walter-Medaille wurde Rüdiger bereits vom DFB ausgezeichnet, als U19-Spieler des Jahres 2012. Nicht schlecht für einen Jungen, der einst in Neukölln das Fußballspielen erlernt hat.