Fußball

Warum sind die Spiele jetzt sonntags?

Morgenpost erklärt, was sich in der EM-Qualifikation alles ändert

Wie viele Teams qualifizieren sich für die Europameisterschaft in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli 2016)?

Auf Initiative von Uefa-Präsident Michel Platini werden 2016 erstmals 24 Nationen dabei sein. Bei der ersten Endrunde 1960 in Frankreich waren es noch vier. 1980 in Italien wurde das Feld auf acht Mannschaften erweitert, seit 1996 in England waren es 16.

Wie wurde die Reform aufgenommen?

Bundestrainer Joachim Löw bezeichnete die Aufstockung als fragwürdig: „Der sportliche Wert einzelner Spiele, aber auch des gesamten Wettbewerbs sinkt.“ Teammanager Oliver Bierhoff mahnte, man dürfe „den Fußball nicht beliebig werden lassen“. Selbst der Chef des EM-Organisationskomitees, Jacques Lambert, räumte ein: „Die Qualifikation verliert etwas von ihrer Spannung und ihrem Charme.“ Uefa-Boss Michel Platini focht dies nicht an: „Wem der Modus nicht gefällt, der muss nicht mitspielen. Eine überwältigend große Mehrheit aller Mitgliedsverbände war für diese Änderung. So funktioniert Demokratie.“

Wer kommt zur EM?

Gastgeber Frankreich ist gesetzt. Die übrigen 53 Teilnehmer wurden in neun Gruppen gelost. Die ersten Zwei jeder Gruppe und der beste Gruppendritte sind direkt qualifiziert. Die anderen acht Dritten spielen im Play-off mit Hin- und Rückspiel die restlichen vier Plätze aus.

Wann wird gespielt?

Die Qualifikationsspiele werden erstmals durch die Uefa zentral vermarktet und als „Woche des Fußballs“ ausgetragen. Ein Spieltag umfasst drei Kalendertage. An jedem Tag finden acht bis zehn Partien statt. Die Doppelspieltage sind von Donnerstag bis Dienstag terminiert. Ein Team spielt dann donnerstags und sonntags, freitags und montags oder samstags und dienstags. An Einzelspieltagen werden Begegnungen entweder von Sonntag bis Dienstag oder von Freitag bis Sonntag angesetzt.

Warum wird der Spielplan reformiert?

Damit wird erreicht, dass mindestens ein Drittel aller Spiele an einem Wochenende stattfinden. Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino: „Fans können mehr Länderspiele im Stadion oder am TV verfolgen als je zuvor. TV-Sender bekommen mehr Spiele und mehr Sendezeit. Nationalverbände erhalten einen einheitlichen Zeitplan und konstante Einnahmen.“

Was ist noch neu?

Die Uefa hat erstmals Testspiele für den EM-Gastgeber festgelegt. Frankreich trifft an jedem Spieltag auf die jeweils spielfreie Mannschaft aus der (einzigen) Fünfergruppe. Zum Auftakt geht es gegen Serbien. Frankreich streicht dafür pro Spiel 4,2 Millionen Euro aus der Vermarktung ein.