Gesundheit

1600 Kniebeugen im Kampf gegen den Alkoholismus

Fußball-Legende Gascoigne will Sucht endlich besiegen

Knapp zwei Wochen nach seinem neuerlichen dramatischen Absturz hat sich Englands gefallenes Fußball-Idol Paul Gascoigne in seinem ersten Interview seit fast zwei Jahren mit bewegenden Worten an die Öffentlichkeit gewandt. „Ich bin ein Alkoholiker, aber ich werde da rauskommen. Ich habe es fest vor“, sagte er dem „Mirror“ und bat: „Ich will einfach nur die Freiheit, mein Leben zu leben.“

Er danke für die Unterstützung in den vergangenen Tagen: „Aber ich muss mich bei niemandem entschuldigen. Ich habe eine Krankheit und hatte einen schwachen Moment. Ich will dafür sorgen, dass das nicht mehr passiert.“ Erneut dauerhaft in Behandlung begeben will sich „Gazza“ nicht: „Ich muss nicht in den Entzug. Ich musste ins Krankenhaus, damit es mir besser geht. Jetzt geht es mir besser.“ Dieser Absturz sei nicht so schlimm gewesen wie vorherige: „In der Vergangenheit bin ich manchmal tage-, wochen- oder monatelang abgestürzt. Diesmal habe ich nur für ein paar Stunden getrunken.“

Die Schuld gab der 47-Jährige, der in der vergangenen Woche bereits zum siebten Mal wegen Alkoholkonsums eingeliefert wurde, auch seinen Fans. Diese würden dauernd an seiner Tür klingeln und ihm halbvolle Flaschen Alkohol vor die Tür legen: „Ich habe alles entsorgt und versucht, nichts zu riechen. Ich verstehe nicht, warum Menschen so etwas tun.“ Sein Freund Terry Baker bestätigte: „Wenn ich mit Paul raus bin, kommen immer wieder Leute und sagen: Hey Paul, lass uns ein Bier trinken. Paul ist der wohl bekannteste Alkoholiker des Landes, deshalb wollen sich viele mit ihm hinsetzen und was trinken.“

Die Nachbarn hätten zudem in den Medien erklärt, es sei der Ex-Profi, der auch an ihren Türen klingele. „Sie sagten: ‚Das muss ‚Gazza‘ sein, er ist bestimmt wieder betrunken’ – was einfach nicht stimmte“, betonte Gascoigne. Ebenso wenig stimme es, dass er seine Wohnung verwahrlosen lasse. Unter diesem Vorwand habe ihn der Vermieter aber rausgeworfen.

„Bis vor ein paar Wochen“ sei er glücklich gewesen. Doch aus Wut über all die Vorfälle habe er sich „zunächst nur zwei Dosen Bier“ gekauft: „Dann waren es plötzlich vier. Und dann habe ich eine Flasche Gin gekauft.“ Danach rief er bei der Polizei an, um sich über die Klingelstreiche zu beschweren. Die Beamten sorgten sich aufgrund seiner wackligen Stimme. Sie fuhren zu seinem Apartment, fanden ihn zusammengekauert und fragten, ob er Hilfe brauche. „Ja“, sagte Gascoigne: „Ich muss ins Krankenhaus, damit ich aufhöre zu trinken.“

Im Krankenhaus habe er dann täglich wie ein Irrer trainiert: „1600 Kniebeugen, 800 Liegestütze und 900 Sit-Ups“, zählte er auf. Nun wolle er sich eine neue Wohnung suchen: „Ich will in der Gegend bleiben, in Meeresnähe, damit ich Fliegen fischen kann. Wenn ich das tue, bin ich am glücklichsten.“