Reit-WM

Auffarth feiert Doppel-Gold dank Helene Fischer

Zweiter Todesfall eines Pferdes überschattet die Reit-WM

Die zierliche Sandra Auffarth wurde in den engen Katakomben des D'Ornano-Stadions von den Gratulanten fast erdrückt. Nach dem sensationellen Doppel-Gold bei der Reit-WM in Caen war die Vielseitigkeitsreiterin aus Ganderkesee im Oldenburger Land heiß begehrt: „Es ist unfassbar. Mir fehlen die Worten“, sagte die 27-Jährige.

Bundestrainer Hans Melzer kämpfte sich zu ihr durch und drückte seine Top-Reiterin fest an sich. „Sie ist absolut reif für den Titel, das hat sie mit Souveränität bewiesen“, sagte der Coach über Auffarth, die zum Abschluss mit ihrem Wallach Opgun Louve im Springparcours fehlerfrei blieb und das deutsche Team vor Großbritannien und den Niederlanden zum ersten Team-Gold seit 2006 führte. Als dann der Brite William Fox-Pitt mit Chilli Morning nach ihr noch einen Abwurf hatte, stand auch der Einzelerfolg fest. „Sandra hat es sich voll verdient, sie war die letzten Jahre immer so nah dran“, sagte der entthronte Champion Michael Jung (52,3), der mit seinem Ersatzpferd Rocana noch Bronze holte.

Melzer verriet eine der Erfolgsformeln, die seine Reiter nach der Dressur und dem schweren Geländeritt wieder in Form gebracht hatten: „Wir haben auch Helene Fischer gehört. Das haben wir uns von den Fußballern abgeschaut und es hat uns beflügelt.“ Auch die weiteren deutschen Reiter zeigten im Parcours starke Vorstellungen. Team-Olympiasiegerin Ingrid Klimke (73,8) wurde am Ende Sechste. Dirk Schrade (135,46) kam mit Hop and Skip auf Rang 46. Die Einzelreiter Peter Thomsen (80,3) mit Barney und Andreas Ostholt, deren Ergebnisse nicht in die Teamwertung einflossen, rundeten mit den Rängen sieben und zehn das Ergebnis ab.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) zog ein positives Zwischenfazit der WM nach einer Woche. „Wir hatten starke Ergebnisse in der Dressur und Para-Dressur. Und auch die Vielseitigkeitsreiter haben ein gutes Bild abgegeben“, sagte der für den Sport zuständige Geschäftsführer Dennis Peiler.

Wenig erfreulich war jedoch der Tod des Wallachs Wild Lone. Das Pferd des Briten Harry Meade brach nach dem Geländeritt zusammen. Es war bereits das zweite tote Tier bei der Reit-WM. Auch die deutschen Reiter kritisierten die schwierigen Bodenverhältnisse: „Es war das traurige Ende eines sehr anstrengenden und kräftezehrenden Geländeritts“, sagte Peiler.