Zweite Bundesliga

Union will mit Thiel die schwache Offensive beleben

Ein weiterer Angreifer soll in den nächsten Tagen kommen

In gewisser Weise ist die Heimat wieder ein Stück näher gerückt für Norbert Düwel. Aus dem Oberbayerischen kommt er, genauer aus Altötting. Dort wurde auch Maximilian Thiel geboren. „Ich kenne seine Eltern und ihn als ganz kleinen Jungen“, sagt Düwel. Und: „Ich kenne ihn aber auch als Fußballspieler.“ Das führt sie nun beim 1. FC Union zusammen. Der Berliner Zweitligist verpflichtete den 21-Jährigen vom 1. FC Köln. „Mit ihm haben wir einen richtig Guten erwischt“, sagt Trainer Düwel.

Solche braucht er für den Angriff der Köpenicker. In Düwels erster Saison steht mit drei Unentschieden in der Liga und dem Pokal-Aus noch kein Sieg in der Bilanz, vor allem im Spiel nach vorn hakt es. Thiel soll da Abhilfe schaffen. „Er ist sehr vielseitig in der Offensive verwendbar, hat einen guten Anschluss und ist torgefährlich“, sagt Düwel über den insgesamt fünften Zugang: „Wir erhoffen uns durch ihn einfach noch mehr Möglichkeiten im Offensivspiel.“ Vorerst wurde Thiel für ein Jahr vom Bundesliga-Aufsteiger ausgeliehen, für den er vergangene Saison sechs Spiele absolvierte. Union sicherte sich eine Kaufoption.

Die würden die Berliner gern ziehen, wenn Thiel auch einen weiteren Wunsch erfüllen kann. „Wir erhoffen uns mit einem jungen, hungrigen Spieler ein Stück weit einen Mentalitätsumschwung, eine Mentalitätsauffrischung“, erzählt der Trainer. Dort erkennt er weiter mit das größte Manko des Teams, das noch sehr im Zauder-Fußball von Vorgänger Uwe Neuhaus feststeckt. Um den Prozess hin zu Düwels freudvollerem Ansatz zu beschleunigen, sind neue Spieler die geeignetste Variante. Düwel: „Thiel bringt die Qualität mit, um uns hier zu verbessern.“

Martin Kobylanski könnte auch so einer sein. Mit dem 20-jährigen Stürmer, der bei Werder Bremen unter Vertrag steht, verhandeln die Berliner ebenfalls. Auch hier ist ein Leihgeschäft angedacht. Für den acht Mal in der Bundesliga eingesetzten Deutsch-Polen wäre es eine Rückkehr, ist er doch in Berlin geboren.

Einige vertragliche Dinge sind bei Kobylanski noch zu klären. Dagegen könnte Thiel schon am Freitag gegen Nürnberg im Kader stehen (18.30 Uhr, Alte Försterei). Wegen der Kürze der Zeit hat sich Düwel da aber noch nicht festgelegt.