Füchse Berlin

Ein Bollwerk für die Abwehr

Kasper Nielsen ersetzt bei den Füchsen den verletzten Denis Spoljaric

Die Füchse Berlin wollten ihn eigentlich nur bis Weihnachten verpflichten. Kasper Nielsen wollte eigentlich einen Vertrag bis zum Saisonende unterzeichnen. Doch der Wille war auf Seiten des Handball-Bundesligisten offenbar ebenso stark wie auf Seiten des 189-fachen dänischen Nationalspielers, um die Zusammenarbeit nicht daran scheitern zu lassen und einen Weg zu finden. Am Montag wurde die Einigung verkündet, mit einem kleinen Kompromiss, sozusagen. Nielsen unterschrieb bis Weihnachten, der Vertrag enthält die Option, ihn bis zum Ende der Saison zu verlängern. Diese Option hat allerdings der Klub. Das könnte man so interpretieren: Der Däne ist trotz seiner 39 Jahre davon überzeugt, so gute Leistungen zu zeigen, dass die Füchse ihn länger behalten wollen.

Sein neuer Arbeitgeber hält jedenfalls große Stücke auf ihn. „Er ist nicht mehr der Jüngste, wir glauben aber, dass er uns mit seiner Erfahrung helfen kann. Er ist ein kämpferisch starker Typ mit Siegermentalität“, sagt Trainer Dagur Sigurdsson. Nielsen hat eine große Karriere hinter sich, wurde zweimal mit dem dänischen Nationalteam Europameister, nahm an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teil.

Zuletzt war er in der dänischen Liga am Start, doch davor verbrachte der 1,92 Meter große Nielsen insgesamt vier Jahre beim Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt. Deshalb beherrscht er auch die deutsche Sprache. Mit den Flensburgern erreichte er einmal das Finale der Champions League. Auch mit seinem letzten Klub Bjerringbro-Silkeborg spielte der Hüne in der höchsten europäischen Klasse. Nielsen ist jetzt der Älteste im Füchse-Team; bisher war dies Torwart Petr Stochl, 38.

Nach dem Ausfall von Denis Spoljaric, der an der Hand operiert wurde und voraussichtlich drei Monate ausfällt, hatten die Berliner nach einer Verstärkung für die Verteidigung gesucht. Kasper Nielsen ist genau das: ein Bollwerk in der Abwehr. Laut Sigurdsson soll damit den Akteuren im Mittelblock, Jesper Nielsen, Pavel Horak und Paul Drux, mehr Entlastung gegeben werden: „Wir brauchen mehr von diesen Spielern im Angriff, daher macht ein klassischer Abwehrchef Sinn.“

In einer Mitteilung des Bundesligisten, der mit einem 27:29 in Göppingen in die Saison gestartet war, wird Kasper Nielsen so zitiert: „Ich wollte auf dem höchstmöglichen Niveau spielen. Die Entscheidung für Berlin fiel mir leicht.“ Gern würde er schon Freitag (19.45, Schmeling-Halle) gegen den Bergischen HC dabei sein. Bis dahin hoffen die Füchse, die Spielgenehmigungen vom europäischen Verband EHF und von der Bundesliga zu haben.