Verpasst

Paderborn vergibt Sieg in letzter Sekunde

Bundesliganeuling kassiert gegen Mainz den 2:2-Ausgleich in der Nachspielzeit

Neuling SC Paderborn hat im ersten Spiel seiner Vereinsgeschichte in der Bundesliga einen Traumstart verpasst. Gegen den Vorjahres-Siebten FSV Mainz 05 kamen die Westfalen am ersten Spieltag wegen eines Gegentreffers in der Schlusssekunde nur zu einem 2:2 (1:1). Bei den Rheinhessen verschärfte sich die ohnehin schon angespannte Lage nach dem Ausscheiden in der Europa League und im DFB-Pokal.

Ja-Cheol Koo sorgte mit einem Foulelfmeter in der Nachspielzeit (90.+4) für den Ausgleich. Innenverteidiger Uwe Hünemeier hatte Paderborn erst in der 87. Minute in Führung gebracht. Zuvor war Mainz durch Shinji Okazaki in Front gegangen (33.), der ehemalige Herthaner Elias Kachunga (37.) hatte mit dem ersten Tor in der Paderborner Bundesliga-Geschichte den Halbzeitstand erzielt.

„Das war ein extrem wichtiges Ende für uns, sonst wäre der kleine Fehlstart perfekt gewesen. Es war kein einfaches Spiel, wir können mit dem Punkt leben“, sagte der Mainzer Stefan Bell. „Das war das erste Spiel in der Bundesliga, da können wir mit dem Punkt zufrieden sein. Das Gegentor zum Schluss war aber bitter“, ärgerte sich Kachunga. Während der 53. Erstligist in der 52-jährigen Bundesliga-Geschichte mit dem Punktgewinn durchaus leben kann, verpasste es Mainz um den neuen Trainer Kasper Hjulmand, gegen den Überraschungsaufsteiger wenigstens in der Liga einen Start nach Maß hinzulegen und wartet nach dem vierten Pflichtspiel weiter auf den ersten Erfolg. „Man hat uns die Nervosität angemerkt“, sagte Hjulmand und wirkte nicht zufrieden. Paderborn verfehlte durch den späten Ausgleich den ersten Auftaktsieg eines Liga-Neulings seit 1899 Hoffenheim am ersten Spieltag der Saison 2008/09 mit 3:0 bei Energie Cottbus gewonnen hatte.

Nach einer Viertelstunde übernahm Mainz die Kontrolle über das Spiel und kombinierte sich mehrfach gefällig in den Paderborner Strafraum. Gefahr entstand aber allenfalls durch Standards und hohe Bälle. Paderborn mühte sich sichtlich, in der mit 14.824 Zuschauern nicht komplett ausverkauften Arena dem eigenen Publikum etwas zu bieten, dies gelang jedoch erst nach dem Führungstor der Mainzer.

Von da an war Paderborn mindestens gleichwertig und brachte die behäbige Mainzer Verteidigung immer wieder in Verlegenheit. Der aufgerückte Innenverteidiger Hünemeier belohnte den Aufsteiger zunächst – ausgerechnet Hünemeier verursachte dann aber in der Schlusssekunde den Strafstoß gegen Okazaki. „Den Elfmeter kann man geben, so fair sind wir schon“, sagte Breitenreiter. Der 40-Jährige, der mit dem kleinsten Etat der Liga an den Start geht, konnte mit der Leistung seiner Mannschaft dennoch zufrieden sein.

Kramer rettet einen Punkt

Weltmeister Christoph Kramer hat Borussia Mönchengladbach vor einem Fehlstart bewahrt. Der 23-Jährige traf in der 90. Minute zum 1:1 (0:0)-Endstand gegen den VfB Stuttgart, der beim Comeback von Trainer Armin Veh mit einem Punkt zufrieden sein musste. In einer schwachen Partie vor 50.203 Zuschauern erzielte Alexandru Maxim (51.) das Führungstor für die Schwaben. Die Gladbacher warten nun schon mehr als neun Jahre auf den ersten Heimsieg gegen Stuttgart. „Christoph ist ein Superspieler“, lobte Borussen-Trainer Lucien Favre erleichtert den Schützen des 1:1, monierte aber: „Insgesamt haben wir zu wenig Tempo gemacht.“